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Wettbewerb und Unternehmertum

Wettbewerb und Unternehmertum: Israel M. Kirzner

Untersuchungen zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik Bd. 14

Preis 32,00 € Vergriffen
Zustand Neu
Autor(en) Israel M. Kirzner Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 3-16-340851-6
1978, 200 Seiten, Broschur
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Rezensionen
Handelnde Menschen Hubert Milz 09.02.10

Israel Meir Kirzner ist Professor der Ökonomie an der New York University. Prof. Kirzner war Schüler von Ludwig von Mises und regelmäßiger Teilnehmen am Mises-Seminar in New York.
Als Vertreter der "österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre" geht der Autor in diesem Buch vom Unternehmer als handelnden Menschen aus, der auch irren kann und dadurch auch Fehler machen wird. Die Analyse der im Marktprozess operierenden kreativen Unternehmer erfolgt in der verbal-logischen Schritt-für-Schritt-Analyse, also dem üblichen Vorgehen der Vertreter der "österreichischen Schule".
Bei den Vertretern des ökonomischen Maisnstreams dominiert in der Regel die mathematische Analyse der Gleichgewichtsmodelle der mikroökonomischen Preis- und Allokationstheorie, und diese - mit der Kunstfigur des allwissenden 'homo oeconomicus' - ist "irrelevant, problemblind, gehaltlos, ideologisch, apologetisch" (J. Röpke). Der ökonomische Mainstream operiert mit mathematischen Definitionen in einem allgemeinen wirtschaftlichen Gleichgewicht, in welchem keinerlei wirtschaftliches Handeln mehr nötig ist, weil jedermann jedwede Information hat und nur noch als Wahlautomat fungiert.
Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen der "österreichischen Schule" und dem ökonomischen Mainstream:
Die Vertreter der "österreichischen Schule" untersuchen ein Marktgeschehen, welches ständig in Bewegung ist und wo die Informationen breit gestreut sind; kein einzelner Mensch und keine menschliche Institution kann über diese Informationen komplett verfügen, dieses Wissen hat niemand.
Analysiert wird ein Marktgeschehen, wo die Parameter, auf welche die Marktteilnehmer ihre Pläne ausrichteten, sich ständig ändern und so die Pläne der Akteure am Markt auch anzupassen sind.
Es gibt kein vollständiges Wissen, aber z. B. unterstellt Prof. Israel Meir Kirzner, dass diese ständigen Anpassungen bei neuen Informationen, das ständige Abstimmen der Pläne und Erwartungen schon in eine allgemein gleiche Richtung tendieren und so das Gedankenspiel, das gedankliche Experiment eines Gleichgewichtszustandes zulassen. Aber eben nur als Gedankenspiel, denn ein solcher allgemeiner Gleichgewichtszustand wird nie Realität sein können.
Für Prof. Kirzner ist der Unternehmer, der am Markt bestehen will und gute Geschäfte machen will, dazu vergattert ständig auf der Suche nach Informationen zu sein, welche der Konkurrenz noch fehlen. Dadurch verschafft sich ein Unternehmer Vorteile, temporär befristete Vorteile, da - sobald die Information allgemein geworden ist - die Konkurrenz diese auch nutzen wird.
Prof. Kirzner liefert also, in Weiterentwicklung des Werks von Ludwig von Mises, eine 'Theorie des Unternehmertums'. Dabei ist gem. des Praxeologiebegriffes von Ludwig von Mises alles menschliche Handeln irgendwo auch durch das unternehmerische Element gekennzeichnet. In Prof. Kirzners 'Theorie des Unternehmertums' wird der Unternehmer zu einer Art von 'Arbitrageur' (Buch, S. 69), d. h. der Unternehmer ist ständig auf der Suche nach Arbitagemöglichkeiten. Dabei fasst Kirzner den Arbitragebegriff sehr weit, und zwar beinhaltet dieser:
- Preisdifferenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt;
- Preisdifferenzen, die zwischen dem heutigen Preis und den antizipierten künftigen Preisen bestehen;
- Differenzen, die sich ergeben durch Vorteile zwischen Einkaufspreiskette (z. B. Rohstoffe) und den Verkaufspreisen der Endprodukte;
- Differenzen in den Produktqualitäten;
- Differenzen, die sich aus bekannten Prozessen im Vergleich mit innovativen Prozessen ergeben,
- Erkennung und Umsetzung technischen Fortschritts, der neue und/oder bessere Produkte ermöglicht;
usw.
Um diese Möglichkeiten auszunutzen braucht es für Prof. Kirzner den findigen Unternehmer, der der Konkurrenz immer einen Schritt voraus eilt. Nicht den Tüftler, der neue Dinge erfindet, sondern den unternehmerischen Typ, der des Tüftlers Erfindungen/Verbesserungen usw. unter persönlichem Risiko auf den Markt bringt. Und dann entscheiden Konsumenten durch Kauf oder Nichtkauf darüber, ob der Unternehmer der Verbesserung der materiellen Wohlfahrt dient oder nicht.

Fazit:
Ein ausgezeichnetes Buch. Wer etwas über die Funktion und Wesen des Unternehmertums wissen und verstehen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.