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Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion

Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion: Jesus Huerta de Soto
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Autor(en) Jesus Huerta de Soto Verlag Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 978-3-8282-0585-7
2013, 306 Seiten, Festeinband/Hardcover
Übersetzt von Marius Kleinheyer 

Jesús Huerta de Soto ist Professor für Politische Ökonomie an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid. Er errang die Doktorwürde der Volkswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaften durch die Universität Complutense in Madrid. Im Jahr 1983 wurde er mit dem Internationalen „Rey Juan Carlos“ Preis ausgezeichnet. Der „Adam Smith“ Preis wurde ihm durch das C.N.E. in Brüssel (2005); der „Franz Cuhel Memorial Prize for Excellence in Economic Education“ durch die Prager Wirtschaftsuniversität angetragen. Mehrere Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. Zu seinen zahlreichen Werken gehören "Socialism, Economic, Calculation and Entrepreneurship" (Anmerkung buchausgabe.de: in deutscher Sprache erschienen unter dem Titel: Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion", "Money, Bank Credit and Economic Cycles" (Anmerkugn buchausgabe.de: in deutscher Sprache erschienen unter dem Titel "Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen", "The Austrian School: Market Order and Entrepreneurial Creativity" (Anmerkung buchausgabe.de: in deutscher Sprache erschienen unter dem Titel "Die Österreichische Schule der Nationalökonomie: Markt und unternehmerische Kreativität") and "The Theory of Dynamic Efficency".

Die unternehmerische Funktion ist für das gesellschaftliche Zusammenleben unersetzlich. Sie ist ureigenster Bestandteil des menschlichen Wesens. Jede Form ihrer gewaltsamen Unterdrückung zieht einen gesellschaftlichen Schaden nach sich. Ohne Unternehmertum ist keine Wirtschaftsrechnung möglich. Der Sozialismus gründet auf einem schweren intellektuellen Fehler.

Jesús Huerta de Soto gehört zu den profiliertesten Vertretern der österreichischen Schule der Nationalökonomie. Sein Werk umfasst neben seinem vorliegenden Beitrag zur Sozialismusdebatte eine umfassende Abhandlung über den Kredit- und Konjunkturzyklus aus österreichischer Perspektive und zahlreiche Aufsätze.

"Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion" enthält eine ausführliche Einführung in das Konzept der unternehmerischen Funktion sowie eine daraus abgeleitete Analyse des Sozialismus. Der Blick auf den Sozialismus aus der Perspektive der österreichischen Schule eröffnet die Möglichkeit, auch heutige Probleme neu zu interpretieren. Zwar hat der Fall des Eisernen Vorhangs bereits die Untauglichkeit des Sozialismus eindrucksvoll illustriert, doch liefern die Einsichten dieses Buches auch in der Zeit von Wirtschaftskrise und wieder wachsendem Antikapitalismus herausfordernde Denkanstöße.

Quelle: Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft

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Rezensionen
Sozialismus – Etatismus Hubert Milz 04.11.13

Jesús Huerta de Soto (JHdS) ist Professor für Politische Ökonomie an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid führt in diesem Buch (die spanische Originalausgabe erschien schon 1992) die berühmte "Sozialismusdebatte der Zwischenkriegszeit" fort.
Die Debatte wurde 1920 durch Ludwig von Mises angestoßen. Mises legte dar, dass eine Wirtschaftsrechnung im Sozialismus wegen fehlender Preise logisch unmöglich ist; Sozialismus definierte Mises als ein System, in welchem die Allokation der Ressourcen zentral geplant wird und sich die Produktionsmittel in staatlichem Eigentum befinden. In der Debatte wurde Mises z. B. unterstützt von Friedrich August von Hayek, Trygve J. B. Hoff, Wilhelm Röpke und Lionel Robbins.
Auf der anderen Seite standen sozialistische Ökonomen wie z. B. Oskar Ryszard Lange und Abba Ptachya Lerner, die zeigen wollten, dass eine Art "Konkurrenzsozialismus" funktionstüchtig sei; andere meinten, dass durch die Methode von "Versuch und Irrtum" auch in der sozialistischen Planwirtschaft optimale Ergebnisse zu erzielen wären; wieder andere versuchten unter Rückgriff auf die "Modelle des totalen Gleichgewichts" von Walras-Pareto-Barone zu belegen, dass der allwissende Auktionator des walrasianischen Modells auch im Sozialismus effizient sei und somit Mises und seine Mitstreiter logisch im Unrecht waren.

An jene Diskussionen knüpft JHdS an. Zunächst stellt JHdS die theoretischen Grundlagen, auf welchen seine eigenen Argumente aufbauen, vor.
Das entscheidende Kristall ist bei JHdS das unternehmerische Handeln: Also der findige Unternehmer, der seine Mittel zum Zweck der Zielerreichung einsetzt, dabei die Kosten und den individuellen Nutzen im Auge behält, dabei – da individuelles Wissen beschränkt ist – auf Änderungen zu reagieren hat. Kurz, JHdS zeigt eigentlich logisch prägnant auf, das alles unternehmerische Handeln durch das beschränkte Wissen im Zeitablauf als vorläufig zu gelten hat und ein Handeln unter unsicheren Erwartungen ist – kein Mensch kennt die Zukunft. Kurz und knapp: Unternehmerisches Handeln dient den ungewissen Wüschen der Konsumenten und muss dabei zwangsläufig immer spekulativ sein.
Ein funktionierender Wettbewerb liefert dabei über die Signalfunktion der Preise die relevanten Informationen für unternehmerisches Handelns, der Wettbewerb wird als dynamischer Prozess geschildert, anders als im o. e. Walras-Modell, wo die Zeit störte und deshalb als irrelevant, als nicht existent wegdefiniert worden ist.
Mittels der Dynamik der geschilderten Marktprozesse zeigt JHdS das Institutionen spontan durch die Interaktion der handelnden Menschen entstehen. In diesem Rahmen macht JHdS auch deutlich, wie wichtig das spontane Handeln für die Entwicklung von Gesellschaften ist.

Nach diesen theoretischen Vorarbeiten wendet sich JHdS der eigentlichen "Sozialismusdebatte" zu.
Der Begriff Sozialismus wird von JHdS viel weiter gefasst als dies noch bei Mises der Fall war. Für JHdS ist jedes staatliche System, welches mittels Gewaltanwendung/-androhung das unternehmerische Handeln erschwert, hemmt oder gänzlich unterdrückt, ein sozialistisches System. Daraus folgt, dass für JHdS die vielfältigen Varianten des modernen Wohlfahrtsstaates nichts anderes sind als sozialistische Spielarten; kurz: Für JHdS umfasst der Sozialismus auch den Etatismus. Zentrale Regierungsstellen wollen Staat und Gesellschaft steuern, dass dies unmöglich und in Theorie wie Praxis eine "Anmaßung von Wissen" ist, weist JHdS eindrucksvoll nach; vielmehr feiern in solchen Systemen Korruption, Wahnwitz, Verschwendung und unmoralisches Verhalten fröhliche Urstände.
Insbesondere zeichnet JHdS die verschiedenen Standpunkte der eingangs genannten Sozialismusdebatte nach. Es schildert die Argumentationsketten zur Unmöglichkeit der "Wirtschaftsrechnung im Sozialismus" die Mises und seine Mitstreiter aufbauten. Gleichfalls werden die Einwände der sozialistischen Ökonomen dargestellt, um abschließend durch JHdS auf Basis seiner eigenen Theorie des Unternehmers widerlegt zu werden. So zeigt JHdS eindrucksvoll auf, dass Sozialismus/Etatismus nicht funktionieren kann, vielmehr ist Sozialismus/Etatismus eine Art Garantienachweis, um die Gesellschaften in die Verarmung zu treiben.