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Mit Marx gegen Marx

Mit Marx gegen Marx: Stefan Blankertz

11 x 11 Thesen

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Autor(en) Stefan Blankertz Verlag BOD Books on Demand
Sachgebiet(e) Irrtum und Wissen ISBN 978-3-7357-7060-8
2014, 153 Seiten

»Um Marx zu widerlegen, muss man nicht selten bloß – Marx zitieren.«

Die zentrale These des Buches lautet: Karl Marx habe zwar durchaus die »immanenten Entwicklungstendenzen des Kapitals selbst erklären« wollen, jedoch nur aus dem Grunde, weil die Ideologen des (vermeintlichen) Kapitalismus dessen Funktionieren ohne Staat postulierten, ein Postulat, das Marx eben als Ideologie hatte entlarven wollen. Heute lautet die Ideologie der anscheinend kapitalistischen Staaten genau umgekehrt, der Kapitalismus funktioniere nicht nur nicht ohne Staat, sondern sei auch nur von sozialem Vorteil aufgrund staatlicher Interventionen. Für diese Ideologie wird Marx vereinnahmt. Dagegen ist Protest einzulegen.

Widersprüche bei Marx werden vom Autor nicht harmonisiert, vielmehr produktiv gemacht nicht nur für eine neue Sicht auf Marx, sondern auch vor allem für eine bessere Analyse des Schreckens und für eine bessere Analyse, ihn zu überwinden. Marx ist nicht freizusprechen davon, die Systeme marxistischen Schreckens angeregt zu haben, und dennoch ist es auch im Namen der Opfer, dass das in Anschlag gebracht wird, was von Marx gegen die Systeme des marxistischen Schreckens nutzbar ist. Herzstück des Buches ist die Widerlegung der zehn berühmten Forderungen im »Kommunistischen Manifest« mit Hilfe von Marx-Zitaten.

»Die Marxisten haben die Irrtümer von Karl Marx bezüglich der ökonomischen Rationalität von Planwirtschaft und eigentums-entfremdender Gemein­wirtschaft dogmatisiert, während sie die befreiende Dynamik seiner historischen Dialektik verwarfen: Der Marxismus verbreitet sich nach wie vor in dieser Form, weil er so den Herrschenden, also den Staatsprofiteuren, nutzt. Marxismus ist Ideologie im Sinne von Marx. Es kömmt aber darauf an, das Marx’sche Gold aus dem Schatten zu bergen: den Kapitalismus.«

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Rezensionen
Bin ich noch oder wieder Marxistin? KMU 24.10.14

Das Perfide an »Mit Marx gegen Marx« ist, dass Blankertz meinen Marx im wahrsten und besten Wortsinn »de-konstruiert«, indem er fast ausschließlich Marx zitiert. Das ist per-fide, macht un-gläubig: Glauben bislang Marxisten wie Antimarxisten, dass Marx ein (geschlossenes) System wenn nicht hinterlassen, so doch aus seinen Schriften konstruierbar gedacht habe, so zweigt sich, dass er in vielen Fragen nicht nur der politischen Praxis, sondern auch der Theorie durchaus Widersprüche nebeneinander hat stehen lassen. Die Risse im System machen es möglich, Marx anders zu lesen, als wir es gewohnt sind; undogmatisch in einem viel stärkeren Maß, als es den undogmatischen Marxisten recht sein wird: Blankertz kündigt den Konsens der Linken und Marxisten, dass der Kapitalismus die Quelle allen Übels sei. Dabei verlässt er den Boden marxistischer Dialektik nicht. »Mit Marx gegen Marx« zeigt deutlicher als alle anderen Bücher von Blankertz seine Beeinflussung durch Marx. Das weist ihm innerhalb der ansonsten theoretisch eher sterilen und politisch rechtslastigen anarcho-kapitalistischen Szene eine Sonderstellung zu. Es wird deutlich, warum er seine Staatskritik in der Selbstdarstellung der »Libertären Umschau« als »historisch-materialistisch« kennzeichnet.
Karin Meyer-Umstaedt