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Krise und Zukunft der Demokratie

Krise und Zukunft der Demokratie: Felix Somary
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Autor(en) Felix Somary Verlag TVR Medienverlag Jena
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 978-3-940431-19-6
2010, 154 Seiten, Kartoniert

 

Mit Vorworten von Otto von Habsburg und Nachworten von Carl J. Burckhardt und Wilhelm Röpke.

Mit einem Porträt des Verfassers aus Privatbesitz. Großschrift.


Ein lange vergriffener Klassiker neu aufgelegt

Der österreichisch-schweizerische Ökonom und Bankier Dr. Felix Somary (1881-1956), ein Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie, galt zu Lebzeiten als Orakel, da er Krisen präzise voraussagen konnte, und wurde mit Alexis de Tocqueville und Benjamin Constant verglichen.

Joseph Schumpeter, Otto Bauer, Sir Ernest Cassel, Max Weber und vielen anderen großen Zeitgenossen war er in Freundschaft verbunden. Dazu kam eine beeindruckende Universitätskarriere, unter anderem als Assistent bei Carl Menger in Wien, mit zahlreichen wegweisenden Veröffentlichungen. So ist seine 1915 erschienene "Bankpolitik" in viele Sprachen übersetzt worden.

Von seinem 1952 erstmals erschienenen Buch über die "Krise und Zukunft der Demokratie" sagte Somary, es sei sein politisches Testament. Darin befaßt er sich mit den Ursachen und Auswirkungen von Wirtschafts- und Finanzkrisen, den politischen Großideologien, historischen Entwicklungen, dem Wert des Geldes und dem Verhalten des Menschen in der Wirtschaft. Sein großes Ziel ist die Stabilisierung der modernen Demokratie durch ökonomischen und politischen Sachverstand. Dabei warnt er vor einem falsch verstandenen Fortschrittsglauben, politischen Ansprüchen, denen die Wirklichkeit nie gerecht werden könne und deckt die Folgen politischer Gewalt auf. Zum Schluß blickt er in die Zukunft und formuliert 20 Gesetze, nach denen jede Gesellschaft zu allen Zeiten funktioniert.

Wilhelm Röpke, einer der Väter der sozialen Marktwirtschaft, bewundert Somarys Buch in seinem Nachwort als "Betrachtungen eines ungewöhnlich welterfahrenen, lebensklugen und belesenen Mannes, der den unbestechlichen Blick des Bankiers für jeden faulen Wechsel und jeden schwatzhaften Bankrotteur mit dem umfassenden Geiste eines ökonomisch und historisch gebildeten Philosophen verbindet".

Die langjährige ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff meinte nach der Lektüre von "Krise und Zukunft der Demokratie": "Hier spricht ein Beobachter, der, aller Illusionen bar, den Ideologien auf den Grund ihrer säkularisierten Seelenlosigkeit geschaut hat und der sich dennoch den Sinn für menschliche Beziehungen und für so einfache Dinge, wie Freude machen und Freude haben, bewahrt hatte."

Das Buch enthält ein für diese Auflage neu verfaßtes Vorwort von Otto von Habsburg, Nachworte von Carl J. Burckhardt und Wilhelm Röpke sowie zusätzlich den Nachruf auf Felix Somary von Marion Gräfin Dönhoff. Außerdem wurde der gesamte Text für diese Neuauflage, die mit ausdrücklicher Zustimmung der Erben erfolgte, noch einmal durchgesehen.

Quelle: TvR Group

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Rezensionen
Ein Seher Hubert Milz 10.02.12

1952 erschien dieses kleine Buch zum ersten Male; verschiedentlich neu aufgelegt war dieses Büchlein – ein Geheimtipp für "Freunde der Freiheit" – lange Zeit vergriffen und auch antiquarisch kaum noch zu finden. Deshalb großen Dank an den TvR-Medienverlag für die Neuauflage des "politischen Vermächtnis" von Felix Somary, einem unvergleichlichen Seher für die Gefahren, die der Freiheit des Individuums drohen. Felix Somary wurde schon zu Lebzeiten ein Krisenprophet genannt, einer der stets treffsichere Prognosen machte. Die Politik holte zwar seine Meinung ein, aber selbstverständlich hörte sie nicht auf ihn – Kassandra ist nun einmal unerwünscht.
Felix Somary verortet den historischen Unterschied zwischen Orient und Okzident im Gegensatz von Despotie und individueller Freiheit. Diese Freiheit ist durch die Wirkungen des Christentums im Okzident ein Allgemeingut geworden, aber die "drei Ideenbewegungen" des Okzidents brachten das Gegenteil des Erwünschten:
- Die Kreuzzüge führten zum Verlust Konstantinopels und des Byzantinischen Staates.
- Die Reformation, die Glaubensfreiheit erstreiten wollte, führte zum ’cuius regio, eius religio’; d. h., der Landesherr zwang seinen Untertanen diktatorisch den Glauben, die Religion auf.
- Die Französische Revolution sollte dem Bürgertum die politische und wirtschaftliche Souveränität bringen und verfehlte dieses Ziel. Schon die Revolution an und für sich war in vieler Hinsicht eine "Sex- und Mordorgie", und die dreckige Nachgeburt dieser Revolution führte im 20. Jahrhundert zu zwei planmäßig inszenierten Weltkriegen und grauenhaften Despotien.

Ganz in Tradition eines Alexis Tocqueville stehend, auf den sich Somary auch bezieht, sieht er die westlichen Demokratien durch den Größenwahn der (modernen) Jakobiner – jedweder politischen Richtung – unaufhaltsam über den Weg der totalitären und egalitären Demokratie in die kommunistische Diktatur münden.
Das klaglose Akzeptieren und Hinnehmen der konfiskatorischen Steuern bspw., da angeblich demokratisch legitimiert, dokumentiere den Sieg der kollektivistischen Gleichmacherei über den Freiheitswillen der Menschen.
Die demokratisch legitimierten Tyrannen erwarten und verlangen die bindungslose Kapitulation; in früheren Zeiten war die Regierung abhängig vom privaten Eigentum, heutzutage ist dies umgekehrt: Der Einzelne ist abhängig von den scheinbaren "Wohltaten" der modernen Tyrannen. Somary sieht im Papiergeldmonopol des Staates (also im immateriellen staatlichen Zwangsgeld) das entscheidende Instrument der Politik, um diese Abhängigkeiten der Untertanen festzuzurren. Die Inflationierung der Geldmenge ist das profunde Mittel hierfür: das Privateigentum wird zersetzt und die Menschen abhängig von den "staatlichen Wohltaten"; der Staat zahlt seine Schulden mit – von ihm selbst geschaffenem und den Menschen als gesetzliches Zahlungsmittel aufgezwungenem – wertlosem Altpapier zurück. Dies ist so, als ob ein Mörder über sich selbst zu Gericht säße und dabei auch noch den Vorsitz führt!

Das richtige Buch zur Finanzkrise Heinz Fischer 06.05.10

Worum geht es in dem Buch? Wer ist Felix Somary? Als er am 1. Dezember 1930 im Londoner Royal Institute of International Affairs vor dem Machtantritt Hitlers und einem zweiten Weltkrieg warnte, schüttelten nicht wenige mit dem Kopf. Gut zwei Jahre später war es bekanntlich so weit. Andere hingegen glaubten ihm.

Immerhin war er eingeladen worden, weil er immer wieder Ereignisse wie die Hyperinflation von 1923 treffsicher vorausgesagt hatte: „Wenn es so weiter geht, droht die Gefahr der völligen Wertlosigkeit des Geldes mit allen Konsequenzen im internationalen Verkehr und im Lande selbst“, warnte er 1920.

Wer war also dieser Mann? Der österreichisch-schweizerische Bankier und Ökonom (1881-1956) war bereits Zeuge, als sich führende Gelehrte der Zeit wie Eugen von Philippovich, Friedrich von Wieser, Max Weber und Friedrich Knapp (Vater von Elly Heuss-Knapp), auf der Wiener Konferenz des „Vereins für Socialpolitik“ im September 1909 über den Geldwert stritten, mit der fatalen Folge der faktischen Abkehr von der Goldmark zum 1. Januar 1910.

Somary war davon überzeugt, daß erst die Möglichkeit, Geld unbegrenzt zu „schaffen“, die Politiker in die Lage versetzt(e), unsinnige Projekte und sogar Kriege überhaupt zu finanzieren.

Schon als Student war Somary wissenschaftlicher Assistent des Ökonomen Carl Menger gewesen, einem der Begründer der Wiener Schule der Nationalökonomie. Später war er als Vorstand großer Banken in geheimste Winkelzüge der europäischen Finanzpolitik eingeweiht. Als Experte für Währungszusammenbrüche, Geldwertstabilität und Staatsbankrotte ist Somary 2010 so aktuell wie lange nicht.

Daß Sohn des letzten österreichischen Kaisers, Dr. Otto von Habsburg, der ihn noch gut kannte, ein neues Vorwort beigesteuert hat und das Buch Nachworte von zwei Denkern wie Carl J. Burkhardt und Wilhelm Röpcke enthält, ist zugleich der Wink mit dem Zaunpfahl, warum man dieses Buch lesen sollte: Es wirft ein Schlaglicht auf das über wirtschaftliche Gegenstände weit hinausreichende politische Denken derer, die man heute als "Österreichische Schule" bezeichnet.

Vor allem aber zeigt das Buch das spezifisch Österreichische dieser "Schule" auf und nähert sich dem Krisenthema einmal nicht über den Umweg USA. So nimmt der moderne Mensch mit Erstaunen zur Kenntnis, daß die monarchische Staatsform im österreichischen Sinne durchaus als Garant bürgerlicher Freiheiten galt.

Einem Mann wie Somary nimmt man das sogar ab. Ich bin durch dieses Buch neugierig auf diesen Mann geworden und habe mir gleich anschließend noch seine Memoiren besorgt, die sein Krisen-Buch noch ein wenig besser illustrieren.