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Krise der Inflationskultur

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Geld, Finanzen und Ethik in Zeiten der kollektiven Korruption

Preis 17,99 € Nicht mehr im Angebot
Zustand Neu
Autor(en) Guido Hülsmann Verlag FinanzBuch Verlag
Sachgebiet(e) ISBN 978-3-89879-797-9
2013, 220 Seiten
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Rezensionen
Würzig Hubert Milz 23.05.14

Die Generalthemen des Buches sind in gewisser Weise die Wirtschaftskrisen, insbesondere die immer wiederkehrenden platzenden "Blasen" im Wirtschaftsgeschehen.
Der Autor seziert in diesem Buch die gängigen Erklärungen, welche Regierungen, Politiker und die Journaille (die verbündete politische Clique per se) für das Platzen solcher Blasen und solcher konjunktureller Einbrüche liefern, also die Erklärungen, dass

- die unregulierten Märkte, insbesondere die Finanzmärkte;
- die zu niedrigen Konsumausgaben der Verbraucher;
- die ungezügelte Gier der Finanzmarktakteure (Bankiers, Spekulanten);

die Schuld an solchen Debakeln tragen. Damit sind von der o. g. Seite her auch die Schuldigen für die Währungs-/Staatsschuldenkrise ausgeguckt; diejenigen also die auch die Ursache dafür sind, dass die Staaten im Laufe der sog. "Weltfinanzkrise" aus 2007/2008 viel Geld in die Hand nehmen mussten, um die Märkte zu stabilisieren: "Papa Staat" war scheinbar der große Retter, bevor alles in den Untergang gegangen wäre.

Diese Vorwürfe, die seit Jahren stereotyp durch die Politiker oder die im Dienste der Politik stehenden ökonomischen Technokraten und erst recht von der Journaille wiederholt werden, nimmt der Autor dieses Buches aufs Korn. Der Verfasser des Buches zeigt auf und belegt, dass
- die staatlichen Ökonomieberater (in der Regel Keynesianer und Monetaristen) in den vergangen Jahrzehnten keinerlei theoretische Erklärungsmuster, die einer Kritik auch standhalten, für die immer wieder auftretenden Wirtschaftskrisen anbieten können;
- diese politischen Ökonomieberater jene Blasen und das bevorstehende Platzen der Blasen auch nicht prognostiziert haben, sondern vielmehr durch ihre Politikempfehlungen geradezu die Blasenbildung beschleunigt haben;
- jene staatlichen Ökonomieexperten den jeweiligen Politikern meistens nur nach dem Munde geschwafelt haben;
- die Behauptung von Seiten der Politiker, dass die Finanzmärkte unregulierte Märkte sind, einfach unwahr ist, kaum eine Branche ist und war dichter reguliert als eben die Finanzwirtschaft;
- eigentlich alle ökonomischen Transaktionen am Markt auf irgendwelche Erwartungen der Marktakteure (Produzenten, Konsumenten) beruhen und somit letztendlich jedwedes vernünftige wirtschaftliche Handeln (ob vom Finanzmakler, vom Fließbandarbeiter oder von der schwäbischen Hausfrau) immer eine Art von Spekulation sein muss.

Lieblingsschlagwörter der o. g. Clique heißen "Inflation" und "Deflation"; beide Worte dienen der o. g. Clique seit etlichen Jahren in der öffentlichen Diskussion als Nebelkerzen, als Hebel, der babylonischen Sprachverwirrung. Die o. g. Clique hat es geschafft, dass "Inflation" heutzutage in der Umgangssprache für "allgemeine Preissteigerungen" steht; und bei "Deflation" umgangssprachlich an einen "allgemeinen Verfall der Preise" gedacht wird.
Nur, in der alten ökonomischen Theorie bedeutete "Inflation" das Aufblähen der ungedeckten Geldmenge; und im Gefolge solcher Geldmengenerhöhungen stellen sich Preissteigerungen ein. Umgekehrt bedeutete "Deflation" das Schrumpfen der ungedeckten Geldmenge, und erst damit ging ein allgemeines Sinken der Preise einher.
Geldmengeninflation erfolgt immer durch die Politik;
- scheinbar unabhängige staatliche Zentralbanken blähen die Zentralbankgeldmenge auf;
- das Teilreservebankenkartell, welches ganz legal Kundengelder veruntreuen darf, vermehrt mittels dieses Unrechtsprivilegs leichtfüßig die Kreditgeldmenge.

Diese Geldmengenerhöhungen haben Preissteigerungen zur Folge; denn der aufgeblähten Geldmenge steht ein mehr oder weniger unverändertes Güterangebot gegenüber. Geldmengeninflation bedingt Preisinflation! Umgangssprachlich ist heute jedoch vom eigentlichen Verursacher – nämlich den Regierungen – abgelenkt; und die o. g. Clique poltert so meist unwidersprochen sehr publikumswirksam über preistreibende (inflationstreibende) Branchen.

Wirkungsvoll baut der Autor, auf Basis der "Konjunkturtheorie der Wiener Schule der Ökonomie" und mit Hilfe der speziellen Methodik dieser "Wiener Schule" eine Argumentationskette auf, diese zeigt, dass eine "Geldmengendeflation" keineswegs ein Übel ist, sondern in der Regel dafür sorgt, dass realwirtschaftliche Verwerfungen, für welche ungedeckte Geldmengenerhöhungen durch die Politik ursächlich verantwortlich sind, bereinigt werden.
Kenntnisreich zeigt der Autor, dass die "Geldmengeninflation" das eigentliche Übel ist. "Geldmengeninflation" führt zur "Preisinflation"! Die ständige Kaufkraftverschlechterung des Geldes unterhöhlt die Funktion der Wertaufbewahrung. An eine schleichende und ständige Geldentwertung werden sich die Menschen gewöhnen und ihr Verhalten darauf abstellen, die Mentalität wird sich ändern. Herkömmliches Sparen und Haushalten wird irrational, rational ist es, Schulden zu machen, höhere Risiken einzugehen, auch mal den Hasardeur zu spielen. Es entwickelt sich eine schädliche Mentalität, die der Autor als "Inflationskultur" bezeichnet.
Der Autor macht Vorschläge, die den Ausweg aus der "Inflationskultur" skizzieren. Dabei wird dieser Ausweg, einmal beschritten, sehr schmerzhaft sein; ein Ende mit Schrecken.
Werden demokratische Politiker ihren Wählern freiwillig solche Rosskuren zumuten? Nein, demokratische Politiker wollen wiedergewählt werden und versprechen dem Wahlvolk alle nur denkbaren und möglichen Traumtänzereien, aber sicherlich keine Rosskur.
Von daher werden demokratische Politiker das Spiel der "Inflationskultur" solange wie möglich weiterspielen, die Verwerfungen werden immer schlimmer und der Zusammenbruch [dieser wird irgendwann kommen] wohl grausam und fürchterlich sein.