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Eugen Richter

Eugen Richter: Ina Susanne Lorenz

Der entschiedene Liberalismus in Wilhelminischer Zeit 1871 bis 1906

Preis 33,00 € In den Warenkorb » Cart
Zustand Neu Versandfertig in ca. 2 bis 4 Werktagen
Autor(en) Ina Susanne Lorenz Verlag Mathiesen Verlag
Sachgebiet(e) Klassischer Liberalismus ISBN 3-7868-1433-3

Historische Studien, Nr. 433
264 Seiten
Broschiert

Bei diesem Buch handelt es sich um die derzeit einzige im Handel erhältliche historische Studie zu dem großen deutschen Liberalen Eugen Richter, dessen Todestag sich am 6. März 2006 zum 100. male jährt.
Ausgestattet mit einem reichen Fundus historischer Quellen stellt das Buch durchaus eine Art Referenzwerk in der Liberalismusforschung, inbesondere hinsichtlich der wilhelminischen Ära, dar.
Es ist allerdings etwas schade, daß die Autorin dem klassischen Liberalismus mit seinem Schwerpunkt auf individueller Freiheit und freien Märkten nicht sehr viel Sympathie entgegenzubringen scheint. Gerade die liberale Standfestigkeit Eugen Richters wird als Grund für sein politisches Scheitern bzw. für das Verschwinden des Linksliberalismus, wie der klassische Liberalismus während der Kaiserzeit genannt wurde, angesehen.
Trotz dieser etwas kühlen Haltung gegenüber Richters liberalem Verständnis, wartet das Buch mit einer großen Menge historischer Fakten und Daten auf.
Es wird nachvollziehbar, weshalb Richters Reden und Handeln im Reichstag eine andauernde Quelle des Ärgernisses für den Reichskanzler Bismarck waren: Richter kannte die Fakten und er konnte rechnen. Seine ökonomischen Kenntnisse basierten nicht nur auf volkswirtschaftlicher Theorie, sondern auch auf Zahlenwerken diverser Ausschüsse, denen er angehörte.
Einerseits versuchte Richter den Zentralisierungs- und Militarisierungstendenzen des Reiches entgegenzuwirken und andererseits erkannte er die Gefahr, die von der aufkeimenden Sozialdemokratie ausgingen. Er wußte allerdings auch, daß die Mittel, die Bismarck in Form der Sozialistengesetze und eines zentralistischen Sozialstaats, gegen die Sozialdemokraten einsetzte, den beiden streitenden Kontrahenten weitaus mehr nützten als der Sache der Freiheit.
Die Kritik der Autorin, daß Richter an seiner liberalen Sturheit und seinem Unwillen auf die soziale Frage einzugehen gescheitert sei, kann so nicht gelten. Der Fortlauf der Geschichte hat sehr wohl gezeigt, daß das Anbiedern an den Sozialismus und der Versuch die sog. soziale Frage durch den Sozialstaat zu lösen, nicht zu einem sozialen Frieden, sondern schnurstracks in die kriegerischen Katastrophen von Totalitarismen und zweier Weltkriege geführt haben.
Trotz dieser unterschiedlichen Bewertung möchte ich dieses Buch all jenen empfehlen, die sich mit der Person und dem Wirken von Eugen Richters beschäftigen möchten. Die Fakten und Quellen sprechen für sich. Selten wurde so viel Quellenmaterial zur Person Eugen Richters zusammengetragen.
Es erscheint mir jedoch sinnvoll, sozusagen als Antithese und als liberales Korrektiv, auch die hervorragende Studie von Ralph Raico Die Partei der Freiheit zu lesen, die sich ebenfalls mit dieser wichtigen Epoche des Liberalismus beschäftigt.

Michael Kastner
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Mehr Informationen zu Leben und Werk Eugen Richters finden finden Sie auf der Web-Site www.eugen-richter.de. » Zu diesem Buch eine Rezension schreiben «
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