Michael von Prollius unterzieht in diesem Buch der herrschenden Praxis und Lehre der Wirtschaftspolitik einer eingehenden Kritik.
Im Buch werden die wichtigsten Vordenker der "sozialen Marktwirtschaft", mit kurzen biographischen Skizzen zu Leben und Werk vorgestellt, Männer, die sich selbst als neoliberal einstuften - die für einen neuen Liberalismus fochten.
Der Autor zeichnet gekonnt den politischen Weg sozusagen von der 'Stunde Null 1945' an nach.
Dabei zeigt der Autor geschickt und einleuchtend wie Märkte funktionieren und wie sich - nach der Zeit von Ludwig Erhard - die wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen häufen. Anstelle von Ordnungspolitik, einem der entscheidenden Kernpunkte im Gedankengebäude der Neu-Liberalen für den Bestand eines den Wettbewerb gewährleistenden Rechts-, Sozial- und Wirtschaftsrahmens, nahm die keynesianische Illusion der anmaßenden Feinsteuerung der Wirtschaft den Platz ein; z. B. in der Praxis dokumentiert durch das "Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG)" (kurz auch Stabilitäts- und Wachstumsgesetz genannt) aus 1967. Die staatliche Wirtschaftspolitik verkam nun wieder zu einem wirtschaftspolitisch völlig unübersichtlichen Chaos an Maßnahmen, zu wirtschaftspolitischen Interventionen für alles und jedes, also zu dem, was z. B. schon 1932 Alexander Rüstow das "Chaos einer pluralistischen Beutewirtschaft" genannt hatte. Diese Interventionspolitik sollte und soll - so der hehre Anspruch der Politikverantwortlichen - den sog. 'kleinen Mann' vor den Härten der wirtschaftlichen Realität schützen. Dass dies fehlschlägt, ja fehlschlagen muss und dass diese Politik erst jene Härten und Krisen, welche die Politik vermeiden möchte, hervorbringt und/oder verschärft, wird vom Autor klar und unmissverständlich dargestellt.
Mit Bezugnahme auf die aktuelle Weltfinanzkrise widerlegt der Autor - mit guten Argumenten und guter Sachkenntnis mittels der Methode der 'österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre' - die Illusionen und Anmaßungen der Politik, dass sie (die Politik) die Märkte entsprechend ihrem Gusto regulieren könnte. In diesem Zusammenhang werden auch die populären Legenden und Märchen über die 'Große Depression' (1929) widerlegt.
Für Michael von Prollius ist es klar, dass unsere Wirtschaftsordnung, die in vielen Sonntagsreden noch immer als "soziale Marktwirtschaft" bezeichnet wird, längst zur "sozialistischen Marktwirtschaft" verkommen ist.
Fazit: Das Buch ist sehr empfehlenswert und es ist zu hoffen, dass das Buch einen breiten Leserkreis haben wird, da es gut verständlich wirtschaftliche Zusammenhänge und ständige politische Fehlleistungen erklärt. |
Es lässt sich selbst von den sogenannten Gegnern der sozialen Marktwirtschaft kaum bestreiten, Wohlstand, steigenden Lebensstandard, höhere Lebenserwartung, verdanken breite Bevölkerungsschichten nach 1946 der sozialen Marktwirtschaft.
Nur Unternehmer, die ihren Mitarbeitern und Kunden dienlich sind, sich in diesem Sinne verhielten, waren und sind am Markt erfolgreich.
Konsumenten sind Nutznießer am Markt, wenn sie sich entsprechend ihren Bedürfnissen für Produkte und Dienstleistungen ihrer Wahl entscheiden.
Michael von Prollius analysiert die Aushebelung des Marktes durch eine Staatswirtschaft, der wir es verdanken, warum die soziale Marktwirtschaft für eine Krise, vornehmlich Finanzkrise verantwortlich gemacht wird, was ursächlich nicht der Fall ist, aber für Wasser auf den Mühlen der Gegner der Marktwirtschaft sorgte.
Wer erfahren will, warum wir eine Entwicklung zur Staatswirtschaft haben, verbunden mit einer Enteignung der Bürger, einer steigenden Staatsquote, es sich bei der Finanzkrise nicht um die Folge einer ungehemmten Marktwirtschaft handelt, sondern um staatswirtschaftliche Verfehlungen und Interventionen, wird in dem Buch von Prollius nicht nur die Hintergründe mit den Fakten erfahren, sondern, was besonders wesentlich ist, er wird auch über die notwendigen Alternativen zur Rückkehr zu einer sozialen Marktwirtschaft informiert.
Gegenüber den Zentralbanken, verantwortlich für instabile Währungen, damit der Geldproduktion, sowie unverantwortlichen Geldschwemme, plädiert der Autor für Free Banking, also für private staatlich unabhängige Währungen..
Die Notwendigkeit einer Golddeckung der Währung mag umstritten sein, aber das es sich beim Geldmonopol um das gefährlichste Monopol des Staates handelt, diese Ansicht vertrat schon B.R. Tucker und wir können nur jede Diskussion begrüßen, die uns in dieser Frage weiter führt und dazu dient, uns von diesem Monopol zu lösen.
Es liegt im Interesse der Politik, des defizitären Staates, für die Finanzkrise ein Marktversagen anzuschwärzen, obwohl es sich ursächlich, wie auch vom Autor belegt, um ein Staatsversagen handelt. Eine Forderung nach Privatisierung des Finanzwesen klingt für manche Bürger fast befremdlich, nur sie übersehen dabei, dass während der Finanzkrise private Banken auf Controlling, Verantwortung, Seriosität setzten, also Wahrung der Interessen der Kunden, was man von den staatlichen Landesbanken und der Regierung im Umgang dem Geld der Bürger nicht gerade behaupten kann.
Heute ist im Zusammenhang mit der Krise oft von einem Turbokapitalismus die Rede, aber die schlimmsten Zustände haben wir dort, wo es mit der Marktfreiheit schlecht bestellt ist, Nord Korea, Simbabwe, in einigen afrikanischen Staaten, auf Kuba und sehr bald auch in Venezuela.
Dass sich auch der Wohlfahrtsstaat in einer Schieflage befindet, zur Entmündigung der Bürger beitrug, Bürger aus der eigenen Verantwortung entlassen wurden, bestärkt für den Autor die Auffassung, dass die Märkte Selbstverantwortung lehren und dafür sorgen, sich für ein selbstbestimmtes Leben zu entscheiden.
Das Buch zeichnet sich durch eine klare und verständliche Sprache aus, so werden auch schwierige ökonomische Sachverhalte für den Laien verständlich. Wer sich für Fragen der Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft, wie sie ruiniert wurde, es zu einem großen Staatsversagen in der Finanzkrise kam, interessiert., dem kann man dieses Buch nur wärmstens empfehlen.
Rezension erstmalig erschienen in Espero Nr. 62 |