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Die Partei der Freiheit

Die Partei der Freiheit: Ralph Raico

Studien zur Geschichte des deutschen Liberalismus

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Autor(en) Ralph Raico Verlag Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH
Sachgebiet(e) Klassischer Liberalismus ISBN 3-8282-0042-7

1999, 298 S., kartoniert

Die wohl beste historische Abhandlung zur Geschichte des deutschen Liberalismus

Ein Buch eines hervorragend informierten Kenners der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Raico bekundet seinen Respekt vor den Liberalen dieser Zeit, verschweigt aber auch nicht deren Schwächen und Sinneswandel. Die Fehlinterpretationen, die der deutsche Liberalismus des 19. Jahrhunderts erfahren hat, werden einer Revision aus der Sicht eines klassischen Liberalen unterzogen. Liberalismus ist für Raico nicht Programmatik oder Ideologie einer politischen Partei, sondern ein Versuch, Antworten auf die ordnungspolitischen Fragen moderner Gesellschaften zu geben. Hierbei sind die individuelle Freiheit unter dem Gesetz und die Begrenzung der Macht des Staates - einschliesslich des demokratischen Staates - leitende Ideen.

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Rezensionen
Liberalismus im Deutschland des 19. Jahrhunderts Hubert Milz 08.02.10

Prof. Hans-Hermann Hoppe schreibt im Vorwort der deutschen Ausgabe seines Buches 'Demokratie. Der Gott, der keiner ist': "Im gegenwaertigen Deutschland gibt es keine anti-etatistische buergerliche Fundamentalopposition. Vielerorts gelten Deutschland und Antietatismus geradezu als unvereinbar. Doch wie der amerikanische Historiker Raico gezeigt hat, hat es bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland eine solche Opposition gegeben."
Genau diese liberale Fundamentalopposition untersucht Prof. Raico in diesem Buch und erweist sich als sehr guter Kenner der Geschichte der Freiheitsidee im Deutschland des 19. Jahrhunderts.
Von den Wurzeln im 18. Jahrhundert bis hin zum 1. Weltkrieg und der Weimarer-Republik verfolgt Prof. Raico zielsicher die verschiedenen Stränge des deutschen Liberalismus. Dabei liegt ein Schwergewicht auf Eugen Richter, der für Prof. Raico der Mann ist:

"der über drei Jahrzehnte lang in Deutschland der politische Vertreter der alle Kulturvölker umfassenden liberalen Bewegung war".

Neben John Prince-Smith wird Eugen Richter als große Figur der Freihändlerbewegung dargestellt und als Führer der freisinnigen und fortschrittlichen Parteien als der große Gegenspieler Otto von Bismarcks gezeichnet. Zu Eugen Richter schreibt Prof. Raico weiter:

"für das, was Richter war, was er vertreten hat und ... für die bloße Tatsache, daß dieser Deutsche 'keiner Regierung je vertraut hat' ..., verdient der rheinische Liberale eines bessere Behandlung seitens der Historiker; und seitens der Deutschen verdient er, daß er nicht vergessen wird."

Eugen Richter ging nicht - wie andere Liberale - einen Pakt mit dem Machtstaat Bismarcks ein, sondern blieb konsequent in seiner liberalen Haltung. Dabei konnte Eugen Richter, wie Prof. Raico anschaulich nachvollzieht, den Niedergang der 'Ideen der Freiheit' in Deutschland nicht aufhalten. Der Aufstieg der 'Kathedersozialisten', die kathedersozialistischen Ideen im Zusammenspiel mit Bismarcks Anti-Freiheits-Politik und deren Folgen werden einleuchtend beschrieben. Schließlich wendet sich Prof. Raico der Rolle Friedrich Naumanns innerhalb des liberalen Parteienlagers zu. Dabei wird klar aufgezeigt, dass Naumann ein Anhänger des wilhelminischen Militarismus mit seiner Kolonial- und Flottenpolitik war, ein Mann, der in seinen Schriften 'Mitteleuropa' unter deutscher Führung sehen wollte, ein Mann, der in diesen Schriften für einen 'deutschen Staatssozialiismus' bzw.' nationalen Sozialismus' warb, kurz für das, was Naumann 'liberalen Imperialismus' nannte und somit nichts mehr mit Liberalismus zu tun hatte.

Durch die Beschreibung des verhängnisvollen Wirkens des Friedrich Naumanns ist es Prof. Raico ausgezeichnet gelungen die Tragik des deutschen Liberalismus nachzuzeichnen.

Eine liberale Lichtgestalt wie Eugen Richter, der in diesem Buch endlich die längst verdiente Würdigung erhält (bezeichnend von einem amerikanischen Wissenschaftler und nicht von einem deutschen Forscher), war eben nicht genug, um dem wirklichen Liberalismus in Deutschland eine reelle Chance zu bieten.