Buchausgabe
Info Kontakt Impressum Suche Warenkorb
buchausgabe.de - Bücher für den Liberalismus

die literatte

die literatte : Stefan Blankertz
Preis 12,00 € In den Warenkorb » Cart
Zustand Neu Auf Lager
Autor(en) Stefan Blankertz Verlag Holzinger Verlag
Sachgebiet(e) Belletristik ISBN 978-3-926396-74-7
2011, 191 Seiten, Broschur

Thomas Prawon ist die  Literatte. Tagebuchartige Aufzeichnungen, Unterrichtsprotokolle, erste literarische Versuche und die Erinnerung an ein nächtliches Gespräch, worin Thomas’ Vater ihn bei viel Rotwein damit konfrontiert, dass sein kriegsvermisster Großvater ein überzeugter Nationalsozialist war, schlachtet er aus, um für seinen weiteren Lebensweg entscheidende Tage im Sommer und Herbst 1974 zu beschreiben. Während Thomas die Welt des Geistes entdeckt, würgt ihn die Langeweile des Lehrstoffes. Einzige Ausnahme bildet eine ebenso attraktive wie kluge Philosophielehrerin …

Da ich auf eigene alte Aufzeichnungen aus den 1970er Jahren zurückgreifen konnte, kommt der damalige Sprachstil authentisch zu Wort. Sprachexperimente in Anlehnung an Arno Schmidt et.al. und eine ausgefeilte Typografie, die die unterschiedlichen Zeit- und Aussageebenen visualisiert, runden dieses ungewöhnliche Buch ab.

Eine Leseprobe können Sie mit einem hier herunterladen.

» Zu diesem Buch eine Rezension schreiben «
Rezensionen
Empfehlenswert Katinka 13.12.11

'Die Literatte' von Stefan Blankertz ist ein Buch, dem ich viele Leser unter Lehrern und Eltern wünsche, damit sie miterleben, was das stumpfsinnige Pauken für Schäden in den Seelen der Kinder und Jugendlichen anrichtet. Zwar spielt die Geschichte vor einigen Jahrzehnten, aber ich kann als jemand, dessen Schulzeit noch nicht so lange zurückliegt, nur bestätigen: Das Bild, das der Autor da zeichnet, trifft auch heute noch zu. Zwar geht es hier um junge Männer (der Autor ist wohl auf eine reine Jungsschule gegangen), aber die Atmosphäre kann ich gut nachvollziehen und es war für mich interessant zu lesen, wie das Aufwachsen für einen Jungen in jener Zeit war. An die eigenwillige Sprache und dem Spiel mit verschiedenen Schrifttypen muss man sich erst gewöhnen, aber nachdem ich mich da reingefunden hatte, war es ein zusätzlicher großer Spass.
Liebe Grüße Ktinka

Aufwachsen Mitte der 1970er Jahre ohne bekloppt oder verkloppt zu werden Karl-Otto Werg 12.12.11

Der vor allem mit Mittelalterkrimis hervorgetretene Schriftsteller geht in seinem neuen Roman „Die Literatte“ nicht gar so weit zurück in der Geschichte. Der „Wortmetz“, wie er sich nennt, erzählt auf ein paar Tage zusammengedrängt, wie er Mitte der 1970er Jahre zum Mann wurde, wie man so schön sagt, in einer Zeit, in der Mann-Sein alles andere als angesagt war. Wer die Kulturrevolution in jenen Jahren in Westdeutschland wie ich miterlebt hat, wird durch das Buch zum Tagträumen und Erinnern angeregt. Da der Autor, wie er auf seiner Homepage schreibt, seine Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit benutzt hat, klingt seine Beschreibung des (Schul-) Alltags und der Kämpfe der maoistischen Kadertruppen sehr authentisch; so weit ich sehe, gibt es kaum was, was nachträglich hineingeflickschustert wurde. Und diejenigen, die jene Zeit nicht erlebt haben, können auf kurzweilige und doch tiefschürfende Weise miterleben, wie wir damals aufgewachsen sind zwischen absurder linker Politik und gähnender schulischer Langeweile. Wie viel von dem Beschriebenen auf eigener autobiografischer Erfahrung basiert und wie viel ausgedacht ist, kriegt der Leser nicht sortiert. Aber dieser Schwebezustand macht auch einen Reiz des Buches aus.