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Die Katastrophe der Befreiung

Die Katastrophe der Befreiung: Stefan Blankertz

Faschismus und Demokratie

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Autor(en) Stefan Blankertz Verlag BOD Books on Demand
Sachgebiet(e) Radikalliberalismus ISBN 978-3-7322-4621-2
2013, 324 Seiten

Die Versprechen der Demokratie auf Frieden, Freiheit und Wohlstand endeten im 20. Jahrhundert in Imperialismus, Weltkriegen, Genozid und rinks-lechter Terrorherrschaft. Die »Katastrophe der Befreiung« (Herbert Marcuse) setzt sich fort in demokratischen Wohlfahrtsstaaten, kriegerisch und protektionistisch nach außen, die nach innen einen »sanften« Faschismus der völligen Kontrolle des Individuums in »dessen« Interesse und zu »dessen« Schutz praktizieren. Am Ende steht eine »Welt ohne Asyl« (Paul Goodman).

In der radikalliberalen Tradition von Thomas Jefferson und Wilhelm von Humboldt unternimmt es der Autor, die Bedingungen zu erkunden, die das Scheitern des freiheitlichen Projektes verursacht haben, und eine Perspektive von Frieden und Freiheit gegen einen ausufernden Staat zurückzugewinnen. Heterogene Ansätze von Neomarxismus über Liberalismus und Konservativismus bis hin zum Anarchismus werden integriert und auch literarische und filmische Zeugnisse von Bert Brecht über Ernst Jünger und John Ford bis hin zu Peter Handke, Mario Vargas Llosa und David Foster Wallace als gleichwertige Ressourcen politischer Theoriebildung genutzt.

Der Anhang enthält einen zum Teil bislang unveröffentlichten Briefwechsel 1982-83 mit Paul K. Feyerabend über den Wert von Demokratie.

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Rezensionen
Augenöffner beate-akka 30.10.13

Für mich als Laien hat das Buch viele aha-Effekte gebracht, so etwa die amerikanische Polit-Historie, aber auch die deutsche Zeit des Faschismus und deren historische Darstellung. Themen wie Rauchverbot, Bildungspolitik, das Wesen von Freiheit und Selbstverwirklichung in der Gesellschaft und viele andere Aspekte, die die Staatsgewalt, ihre Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen betreffen, werden beleuchtet.
Sehr gut gefält mir die Einteilung des Buches in Kapitel mit kurzen nummerierten Absätzen, was zu einer Übersichtlichkeit führt, die angesichts des weiten Themas nicht so einfach ist.
Beim ersten Lesen gab es einiges Unverständliche, aber beim zweiten Durchgang wird alles viel klarer. In den Texten ist eine enorme Fülle an Wissen und Literaturkenntnis enthalten. Und wie ein roter Faden zieht sich durch alles die unbändige Freiheitsliebe des Autors.

Buchvorstellung: Stefan Blankertz - Die Katastrophe der Befreiung Tommy Casagrande 27.08.13

Stefan Blankertz ist ein Meister seines Faches. Mit Eloquentia und Intelligentia verknüpfen sich zwei prächtige Eigenschaften zu diesem Werk. Schon Hans-Hermann Hoppe hat erkannt, dass "die Demokratie kein Gott ist".Stefan Blankertz indess zeigt nun auf, warum sie nicht nur kein Gott ist, sondern welche Zusammenhänge es zwischen (staatlich erzwungener) Demokratie und dem Wesen sowie dem Erscheinen des (staatlichen) Faschismus gibt. Oft und gerne wird vor allem unter klassisch Liberalen die (staatlich erzwungene) Demokratie als ein Bollwerk gegen die staatliche Gewalt gesehen und dabei übersehen, dass es sich dabei eben nicht um ein Werkzeug handelt, welches vor dem Staat schützt, sondern das den Staat in seiner ideologischen Stabilität schützt. Die Ideologie, dass ein Gewaltmonopol gut, schützenswert, menschlich, praktikabel oder lösungsorientiert sei, ist die Ideologie der Profiteure auf Kosten derer, die darunter leiden und verlieren werden. Ein Gewaltmonopol steht immer nur im Einklang mit dem, der Gewalt zur Durchsetzung von Lösungen einem friedlichen, evolutiven, auf Wettbewerb gegründetem Ansatz entgegen steht. Ein Gewaltmonopol zieht die Gewalt (definiert als Kraft über das eigene Leben) von den Menschen ab und konzentriert es in einer den Menschen übergeordneten Instanz, die sich dann auch gegen die Menschen richten kann, wenn es die Zeiten (welche widerum maßgeblich durch vorangegangene staatliche Eingriffe bestimmt wurden, Stichwort: Interventionismus-Interventionsspirale) erfordern. Indem die Gewalt den Individuen entzogen und in einer übergeordneten Instanz konzentriert wird, verlieren manche Menschen derart an Perspektiven und Chancen, sodass sie zur Abhängigkeit vom Sozialstaat (der aus diesem Kalkül eingeführt worden ist) gezwungen werden. Die oft bemühte Kritik an der Verantwortungslosigkeit oder der Kraftlosigkeit der Mitmenschen macht anhand dieses Kontextes Sinn. Wer keine Freiheit hat, oder wessen Freiheit abnimmt, verliert zugleich auch an Betätigungsfelder, sich verantwortlich zeigen zu können, geschweige denn, dass er oder sie es erlernen werden. Und wessen Gewalt (definiert als Kraft über das eigene Leben) abgesaugt wird zugunsten einer den Menschen übergeordneten Gewalt, der sollte sich nicht über die Energielosigkeit der Menschen wundern. Denn Kräfte bestehen aus Energie. Stefan Blankertz ruft mit und in diesem Buch dazu auf, sich wieder des eigenen Verstandes unideologisch zu betätigen. Selber nachdenken und erkennen, was richtig und falsch ist, was Recht und was Unrecht ist. Ein Monopol, welches alle Gewalt konzentriert hat keinen Kontrollor mehr, denn wenn es einen hätte, so hätte es eben nicht alle Gewalt und wäre darum auch kein Monopol. In diesem Sinne ist erklärbar, warum immer mehr Menschen dem EIndruck, der Erfahrung oder auch dem Gefühl sich ausgesetzt sehen, dass sie gar kein Teil dieses Prozesses sind sondern alles über ihren Köpfen hinweg entschieden und durchgesetzt wird. Ein sich verselbstständigendes System, an dem jeder der mitmacht oder es unterstützt eine Teilschuld auf sich lädt, weil die Idee, dass ein Gewaltmonopol grundsätzlich das Leben verschiedenartiger Individuen richten, bereichern oder erden kann, darum falsch ist, weil es nicht alle verschiedenartigen Individuen repräsentieren wird können und somit immer nur Gewinner und Verlierer produziert. Wie die Übergänge und Zusammenhänge zum Faschismus sich vollziehen, zeigt Stefan Blankertz mit und in diesem Buch auf bemerkenswerte Weise auf (wohlgemerkt, auch in all seinen anderen) und ist nicht nur darum eine großartige Bereicherung der libertären Literaturlandschaft.