Apostle of the Free Market Economy
Ludwig Erhard und die Soziale Marktwirtschaft aus US-amerikanischer Perspektive, 1949-1955
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| Autor(en) | Anette Koch-Wegener | Verlag | Tectum Wissenschaftsverlag Marburg |
| Sachgebiet(e) | Geschichte, Sozial- und Wohlfahrtsstaat | ISBN | 3-8288-8912-3 |
| 2005, 366 Seiten, Kartoniert | |||
Ein Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkrieges beeindruckte die Bundesrepublik Deutschland vor allem durch einen rasanten wirtschaftlichen Wiederaufstieg. Besonders die USA werteten diese Entwicklung, die mit der politischen und ökonomischen Integration Westdeutschlands in die westliche Staatengemeinschaft einher ging, als einen Erfolg ihrer Nachkriegspolitik. Innerhalb weniger Jahre war es gelungen, eine stabile Demokratie aufzubauen, die maßgeblich auf einem ökonomischen Aufschwung basierte. Ludwig Erhard, der erste Bundeswirtschaftsminister, kristallisierte sich für die Vereinigten Staaten dabei als der Garant der Sozialen Marktwirtschaft und als die treibende Kraft dieses „Wirtschaftswunders“ heraus. Dieser Prozeß war zweifellos mit konjunkturellen Schwierigkeiten Westdeutschlands und innen- wie außenpolitischen Spannungen verbunden. Die Untersuchung beleuchtet hauptsächlich aus US-amerikanischer Perspektive, wie Erhard, seine Wirtschaftspolitik und das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, den eigenen liberalen, marktwirtschaftlichen Anschauungen und den (wirtschafts-)politischen Zielvorgaben unterschiedlicher US-Regierungsebenen beurteilt worden sind. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie durch amerikanische Interventionen immer wieder auf politische Entscheidungen der Bundesregierung eingewirkt werden sollte und wo die Grenzen dieser Einflußnahmen lagen. Die Arbeit gibt zudem detaillierte und neue Einblicke in die Positionen der Vereinigten Staaten zur bundesdeutschen Mitbestimmungsdebatte, zur Kartellgesetzgebung und während der Korea-Krise. Hierbei kommen nicht nur die Einschätzungen der US-Regierung und ihrer Verwaltungen zur Sprache, sondern auch die Ansichten amerikanischer Printmedien. Überdies nimmt die Untersuchung eine Neubewertung der Bedeutung Erhards auf die wirtschaftlichen und (außen-)politischen Entwicklungen der frühen Bundesrepublik vor. Anhand zahlreicher US-Berichte, Beurteilungen, Denkschriften und interner Notizen wird klar, daß das Wirken des ersten Bundeswirtschaftsministers aus historischer Perspektive betrachtet endlich aus dem Schatten des machtvollen Kanzlers Konrad Adenauer tritt.
Inhaltsverzeichnis:
- Vorwort
- I. Einleitung
- 1. Forschungsstand und Forschungsgegenstand
- 2. Quellenlage und Aufbau der Arbeit
- II. Was ist „Soziale Marktwirtschaft“? – Eine Einführung
- 1. Definition und Ursprung der bundesrepublikanischen Wirtschaftsordnung
- 2. Zum Konzept der Sozialen Marktwirtschaft – Idee und theoretischer Ansatz
- Exkurs: Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard – Architekten des „Dritten Weges“
- III. Grundlagen: Vom Morgenthau-Plan 1944 bis zur Währungs- und Wirtschaftsreform 1948 – ein geschichtlicher Abriß unter besonderer Berücksichtigung der USamerikanischen Nachkriegspolitik
- 1. Die Ausgangslage nach der Kapitulation bis 1947
- 2. Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft 1948
- IV. Schwierigkeiten zu Beginn – erste Beurteilungen der Sozialen Marktwirtschaft von US-amerikanischer Seite
- 1. Die Startphase der neuen Wirtschaftspolitik bis Jahresende 1949 – der richtige Weg?
- 2. Das Arbeitslosenproblem 1950 – Zündstoff für die junge Demokratie
- 3. Amerikanische Kritik an der Erhardschen Handels- und Investitionspolitik
- 4. „Ein erschüttertes Volk in einer kranken Wirtschaft“ – Die Sicht der amerikanischen Presse
- V. Die Frage der Mitbestimmung in westdeutschen Unternehmen
- 1. Die Teilaussetzung des „Co-Decision Law“ 1948
- 2. Interne Diskussionen 1949/1950 und der Vorstoß McCloys
- 3. Washingtoner Einschätzungen zum Mitbestimmungsgesetz von 1951
- 4. Pro oder Contra? – US-Presse und Wirtschaftskreise zum Mitbestimmungsrecht
- VI. Schwierige Zeiten und Aufbruch in den Wirtschaftsaufschwung
- 1. Ludwig Erhard und die Korea-Krise 1950/1951
- 2. Wechselhafte Wirtschaftsstimmung und wachsender Außenhandel 1951
- VII. Die USA und die Bewährung der Sozialen Marktwirtschaft
- 1. Konsolidierung der Wirtschaft und handelspolitische Spannungen 1952
- 2. Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und Konvertibilitätsdebatte 1953
- 3. Der wirtschaftliche Machtzuwachs Westdeutschlands – Anerkennung und Angststimmen amerikanischer Presseorgane 1952/1953
- VIII. Die US-Position während des Kartellgesetzstreites bis 1955
- 1. Ein Anfang und kein Ende – Dekartellisierung und zahlreiche Gesetzentwürfe
- 2. Konträre Positionen – bundesdeutsche und amerikanische Pressestimmen
- IX. Hochkonjunktur und westdeutsches Wirtschaftswunder
- 1. Das Ende der Rekonstruktionsphase 1954 und Beginn der Hausse
- 2. Das westdeutsche Wirtschaftswunder
- 3. „Apostle of the free market economy“ – Erhard-Skizzen nach 1955
- X. Resümee
- XI. Quellen- und Literaturliste
- XII. Abkürzungsverzeichnis
Quelle: Tectum Verlag
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