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Rezensionen
Gegen den Geldsozialismus Hubert Milz 02.11.11 Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen ( Jesus Huerta de Soto )

Prof. Bagus hat dankenswerter Weise das Opus Magnum von Prof. Huerta de Soto ins Deutsche übersetzt. Ein Buch, welches dem deutschsprachigen Leser den heutigen Stand der «österreichischen Schule der Ökonomie» näher bringt und schon deshalb sehr zu empfehlen ist, weil die meisten Bücher zur «österreichischen Schule der Ökonomie» in englischer Sprache erscheinen und im deutschen Sprachraum regelmäßig wenig Beachtung finden.

Prof. Huerta de Soto analysiert auf Basis der Konjunkturtheorie der «österreichischen Schule der Ökonomie» das heutige Bank- und Geldwesen. Dabei wird das heutige staatliche, immaterielle Zwangsgeld mit angeschlossenem Teilreservebankensystem einer fundamentalen Kritik unterzogen. Dabei geht Prof. Huerta de Soto nicht rein ökonomisch vor, sondern die ökonomische Analyse wird flankiert von rechtswissenschaftlichen und historischen Reflexionen.

Der historische Teil beschreibt die Entwicklung zum staatlich privilegiertem Teilreservebankwesen; von der Antike bis zur Gegenwart wird die Entwicklung nachgezeichnet und dabei werden akribisch die regelmäßig auftretenden Verwerfungen und Katastrophen, die ursächlich im Teilreserveprivileg verankert sind, aufgezeigt.

Die rechtswissenschaftlichen Teile knüpfen bei den Regeln der alten römischen Zivilrechtsgelehrten an. Nach diesen Rechtsregeln ist auch ein Girokonto bei einer Bank nicht anders zu sehen als ein Warendepot. Die Waren, die z. B. in einem Weizendepot gelagert sind, darf der Lagerist nicht für eigene Geschäfte nutzen, weil die jederzeitige komplette Verfügungsgewalt über das Weizendepot bei den Deponenten und nicht dem Depoteigentümer liegt. Wenn ein Bauer 10 t Weizen im Depot lagert, so muss der Lagerist zu jeder Zeit dem Bauern 10 t Weizen ausliefern können.

Nicht anders verhält es sich nach diesen Regeln mit einem Girokonto, auch hier muss die Bank jederzeit den Buchwert des Girokontos in bar auszahlen können. Da die Banken im heutigen Teilreservesystem die Giralgelder nur zu einem Bruchteil in Bargeld vorhalten müssen und den Rest z. B. als Kredit verleihen dürfen, sind sie jederzeit insolvent und veruntreuen – gem. jener alten römischen Regeln des Zivilrechts – das Eigentum ihrer Kunden.

Prof. Huerta de Soto zeigt, dass es auch Spitzenjuristen nicht gelungen ist diese gesetzlich privilegierte Untreue rechtslogisch zu legitimieren. Somit können – gem. diesen Rechtsregeln – nur wirkliche Ersparnisse durch die Banken als Kredite vermittelt werden. Kredite gem. Teilreserveprivileg sind Kredite aus dem Nichts – Geldschöpfung ex nihilo!

In der ökonomischen Analyse zeigt Prof. Huerta de Soto auf dem Fundament der „Austrian Business Cycle Theory“, dass diese Kreditgeldschöpfung aus dem Nichts die Ursache ist für die ständigen Konjunkturschwankungen ist. Dabei untermauern die historischen und empirischen Befunde die Richtigkeit der „Austrian Business Cycle Theory“, die für Krisen – wie z. b. die Weltwirtschaftskrise von 1929 oder die sog. Weltfinanzkrise – die korrekte polit-ökonomische Erklärung ist. Weiterhin vermerkt Prof. Huerta de Soto, dass die Zentralbanken – mit deren Hilfe die politische Kaste das Geld und damit die Gesellschaft steuert – alles andere als stabilisierend wirken. Das Instrument der Zentralbank habe zum Sieg der Banking Schule geführt, und damit erst die staatlich protegierte Politik der monetären Sorglosigkeit und der finanziellen Exzesse möglich gemacht. Daneben zeigt Prof. Huerta de Soto, dass die Anmaßungen der Zentralbanken die Geldmenge steuern zu können und den Zins festzulegen genau das umfasst, was Friedrich August von Hayek als «Anmaßung von Wissen» zeichnete. Preiskontrollen funktionieren nicht, auch nicht die Kontrolle des wichtigsten Preises, dem Zins als Preis für das Geld. Die Geld- und Zinspolitik der staatlichen Zentralbanken ist nichts anderes als Geldsozialismus; und auch beim Geldsozialismus ist wie bei jedem Sozialismus eine Wirtschaftsrechnung – genau wie Ludwig von Mises dies schon 1920 nachwies – unmöglich und kann auf lange Sicht nicht funktionieren. Die vorherrschenden Geldlehren der Keynesianer und Monetaristen, welche die sozialistische Geldordnung via Zentralbank präferieren, entlarvt Prof. Huerta de Soto als falsch.

Zum Schluss des Buches bietet Prof. Huerta de Soto einen Reformvorschlag an, um zu einer Geldordnung zu kommen, welche einer spontanen Ordnung wie der Marktwirtschaft entspricht. Dieser Fünf-Stufen-Plan hat nach meinem Empfinden ohne Zweifel Charme, doch m. E. wird dieser Plan ohne Chancen sein, weil die politische Kaste nie und nimmer das Geld- und Währungsmonopol freiwillig aus der Hand geben wird.

Preisgekrönt – völlig richtig! Hubert Milz 02.11.11 Wie eine Volkswirtschaft wächst ... ( Andrew J. Schiff, Peter D. Schiff )

Peter Schiff, der 2002 und 2006 die sog. Weltfinanzkrise exakt prognostizierte, hat mit seinem Bruder Andrew ein wunderbares Einführungsbuch zur Volkswirtschaftslehre verfasst. Ein Buch, welches mit recht am 17. November 2011 in München den CORINE Wirtschaftsbuchpreis der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erhält; die amerikanische Originalausgabe wurde schon 2010 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit dem International Book Award prämiert.

Die beiden Brüder führen den Leser durch eine Geschichte, anhand derer jeder Leser nachempfinden kann, wie eine arbeitsteilige Gesellschaft funktioniert, dadurch zu Wohlstand kommt und wie dieser Wohlstand durch die Politik zerstört wird.
Die Gebrüder Schiff führen den Leser in der Geschichte, an deren Anfang die Armut steht und der ganz brutale Kampf um das nackte Überleben, auf eine öde Insel:
Auf dieser Insel leben drei Männer, deren Nahrung der Fisch ist.
Mit der Hand kann jeder, trotz großer Routine, maximal nur einen Fisch pro Tag fangen und verzehren.
Wie kann die Wohlfahrt, die Versorgung gesteigert werden?
Jedenfalls nicht durch die Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, da sowieso schon die komplette und maximal mögliche Produktion nachgefragt und verbraucht wird!
Einer der drei Männer hat eine Idee:
Er verzichtet einen Tag auf den Fischfang und wird, statt zu fischen, ein Netz flechten. Er hofft durch den Einsatz des Netzes seine tägliche Fangquote zu vermehren, und er hat Erfolg mit der Idee.
Die beiden anderen Männer wollen ihm nacheifern, aber nicht einen Tag auf das Essen verzichten.
Dadurch, dass der Erfinder des Netzes wegen des erhöhten Fangs die Möglichkeit hat, Fischvorräte anzulegen, kann er den anderen Männern Darlehen in Fischen gewähren: Ohne den Konsum gänzlich einzuschränken, können die beiden Männer nun auch jeder ein Netz flechten.
Dadurch, dass nun alle Inselbewohner durch den „Produktionsumweg“ des Fischnetzes Lebensmittelvorräte anlegen können, wird der Alltag für die Inselbewohner leichter:
Es stehen mehr Konsumgüter zur Verfügung als vorher; und sie haben nun die Zeit noch weitere Ideen für nutzenstiftende „Produktionsumwege“ zu entwickeln.

Die drei Männer haben mit weiteren Ideen Erfolg, durch diesen Erfolg werden die Bewohner anderer Inseln angelockt. Diese Einwanderer nehmen nicht nur am Erfolg teil, sondern bringen auch Ideen ein, die die Tretmühle des Alltags verbessern. Jedermann übt die Tätigkeiten aus, die er am besten kann und tauscht seine Leistungen, seine Produkte gegen die Dinge, welche er selbst begehrt. Dabei dient der „Fisch“ als Tauschmittel, als Zahlungsmittel, welches auch jedermann wegen seines inneren Wertes akzeptiert.

Leicht verständlich zeigen die Gebrüder Schiff, dass Investitionen aus Ersparnissen gespeist werden und das Sparen eindeutig heißt: Heute auf Konsum verzichten, um in Zukunft mehr, besser und leichter Konsum üben zu können. Konsumverzicht heißt Ersparnisse ansammeln, und diese Ersparnisse werden genutzt, damit die Versorgung mit den lebensnotwendigen Gütern während der Investitionsphase gesichert ist. So zeigen die Brüder Schiff fast spielerisch die Interaktionen zwischen Ersparnissen, Investitionen, Kredit und Konsum; ein Zusammenspiel, welches bei der Verwendung von „echtem Geld (hier dem „Fisch“) zu einer Verbesserung der alltäglichen Tretmühle für alle sorgt – eine spontan entstandene, natürliche Ordnung der menschlichen Gesellschaft.

Diese spontane Ordnung wird von den regierenden Politikern zerstört, dabei kann jeder Leser leicht nachempfinden, wie dies den Politikern über die angeblichen positiven Wirkungen einer Fish-Inflation gelingt. Am Ende steht wieder die Armut, so dass ein Politiker fragen muss. „Weiß noch irgendjemand, wie man ein Netz baut? Ich glaube es ist an der Zeit, dass wir alle wieder fischen gehen.“

Dem Leser werden viele Gestalten der Geschichte, trotz Namenvariierungen, sehr bekannt vorkommen, auch viele der geschilderten „Wohltaten“ der „lieben Tanten und guten Onkels“ aus der Politik – „Wohltaten“, die letztendlich Armut, Not und Elend für ALLE bedeuten.

Fazit:
Das Buch ist sehr empfehlenswert und völlig richtig preisgekrönt.

Ein Weg in die Knechtschaft Hubert Milz 28.10.11 Die Tragödie des Euro ( Philipp Bagus )

Prof. Bagus zeichnet in diesem Buch den Weg der EU und des Euros nach.
Es wird gezeigt, dass es nach Ende des 2. Weltkrieges zwei Optionen für den Weg der heutigen EU gab!

Die eine Option war der Weg einer Freihandelszone: Die Regionen mit ihren verschiedenen regionalen und kulturellen Eigenheiten hätten im Wettbewerb miteinander gestanden. Die Bürger wären auch frei und eigenverantwortlich im Handeln gewesen; zuerst wäre die Subsidiarität gekommen und ganz zum Schluss erst kommt irgendwo und irgendwann die staatliche Obrigkeit.

Die zweite Option setzte sich durch: Zentraler Machtstaat, Bürger werden weitgehend gegängelt und stehen unter der Knute einer mächtigen EU-Bürokratie, die nach immer mehr Zentralgewalt strebt. Diese Bürokratie bevorzugt natürlich Knechte und mag keine selbstbewusst-freien Bürger.

Als in den späten 1980er Jahren die Völker im Machtbereich der UdSSR die Ketten der Sklaverei abschüttelten, da zeichnete sich auch die Möglichkeit zur Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten ab. Der Preis für diese Einheit war der Euro, da Frankreichs Präsident Mitterand und die britische Premierministerin Thatcher die Macht der Bundesbank brechen wollten. Die Bundesbank mit ihrer etwas konservativeren Politik war besonders Frankreich lästig, zwang sie doch den Siegerstaat des 2. Weltkriegs zu disziplinierterer Wirtschaftspolitik. In den Augen vieler Bundesbürger galt und gilt die Bundesbank als Stabilitätsmeister, weil die Bundesbank die D-Mark weniger stark inflationierte als die europäischen Nachbarn ihre Währungen.

Der Euro ist also der Preis der Deutschen für die Einheit. Und dies ist ein teurer Preis, denn seit Einführung des Euros wird in Deutschland weniger investiert, die Deutschen müssen für ihren Lebensunterhalt viel mehr zahlen und die Geldentwertungspolitik der Europäischen Zentralbank geht weit flotter voran, die Geldpolitik ist viel lascher als zu den Zeiten der Bundesbank. Profitiert haben in Deutschland vom Euro nur die übliche Kumpanei: Politische Kaste, Banken und exportstarke Industriezweige; der weitaus größere Teil der Bevölkerung bezahlt diese Bereicherung einer kleinen Gruppe. Der Euro als Instrument, um die EU weiter zu zentralisieren, Gleichmacherei voranzutreiben, kurz den Sozialismus zu vollenden.
Prof. Bagus zeigt jedenfalls, dass eine solche Politik der konsequente Weg ist, den die Sozialisten in allen Parteien bevorzugen: Mit dem Ziel, die Bürger völlig zu entrechten, absolut in die Knechtschaft zu treiben - am Schluss steht dann die EUdSSR. Und die Bürger sind Sklaven der Eigentums- und Freiheitsvernichtungspolitik der etatistischen Politiker, welche in allen Parteien die Regie führen!

Voltaire wird recht behalten! Hubert Milz 27.10.11 Der Fluch des Papiergeldes ( Thorsten Polleit )

Prof. Polleit hat in diesem Büchlein verschiedene Artikel gesammelt, die er in den letzten Jahren zum Thema Geld, Währung, Finanz- und Schuldenkrise veröffentlicht hat. Dabei zeigt Prof. Polleit, dass die Verwerfungen der Finanz- und Schuldenkrise kein Resultat des Marktes sind, sondern ihre originären Gründe im staatlichen Geld- und Zinsmonopol verortet sind, hinzu kommt das gesetzliche Privileg der Teilreserven, welches den Geschäftsbanken die Möglichkeit gibt Kreditgeld aus dem Nichts zu schaffen.

Auf Basis der Austrian-Business-Cycle-Theory, die von Ludwig von Mises zuerst formuliert und durch Friedrich August von Hayek und anderen wirklichen Ökonomen verfeinert worden ist, analysiert Prof. Polleit, dass die Schuldigen für die sog. Weltfinanzkrise und für die Staatsschuldenkrise in der Politik mit ihren Zentralbanken zu suchen sind.

Die Lösung der ursächlichen Probleme sieht Prof. Polleit im Brechen des staatlichen Geld- und Zinsmonopols. Preiskontrollen funktionieren nicht, haben noch nie funktioniert: Und der wichtigste Preis ist der Zins, d. h. der Preis für das Geld, auch hier scheitert die Preiskontrolle durch den Staat. Die Losung heißt: Zulassung von privater Geldproduktion und freie Zinsbildung am Markt.

Sollte das Ruder nicht noch herumgerissen werden, dann befürchtet Prof Polleit, dass Voltaire recht behält. Voltaire hat nämlich gesagt:

«Die Geschichte hat schon häufig gezeigt, dass Edelmetalle zwar im Preis fallen können, nie aber im Wert. Papiergeld dagegen ist bereits hunderte Male zu Tode gekommen. Papiergeld sinkt irgendwann immer auf seinen inneren Wert - NULL!»

Da die Politik sicherlich freiwillig keinesfalls auf das Geldmonopol verzichten wird, denn wer das Geld beherrscht, der steuert auch die Gesellschaft, wird Voltaire wohl recht behalten: Der sog. «kleine Mann» wird die Zeche zahlen müssen, d. h. für Deutschland innerhalb von einem Jahrhundert wohl zum dritten Mal!

Schattenkinder gayfisch 25.10.11 Schattenkinder 3 - Die Betrogenen ( Margaret Peterson Haddix )

cool das Buch