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buchausgabe.de - Bücher für den Liberalismus

Michael von Prollius empfiehlt: Wilhelm Röpke von Hans Jörg Hennecke

Glänzend geschriebene intellektuelle Biograpie

Wilhelm Röpke war ein Kämpfer für die Freiheit. Der in den 40er und 50er Jahren herausragende Nationalökonom und Sozialphilosoph hat mit seinen Mahnungen und Prognosen bis heute, 40 Jahre nach seinem Tod, nahezu überall Recht behalten. Vielfach in Vergessenheit geraten ist, das auf den glänzenden Publizisten die Gründungstugenden der Bundesrepublik Deutschland zurückgehen: Marktwirtschaft, Föderalismus und Westbindung.

Sein Leitthema ist aktueller denn je: „verfügt die westliche Zivilisation über genügend Selbstbestimmung und Behauptungswillen, um sich gegen äußere Gefahren und inneren Zerfall ihrer Ordnungsprinzipien zu erwehren" und „im Wissen um ihre Traditionen und Werte eine civitas humana zu verwirklichen?"

Wilhelm Röpke stand im deutschsprachigen Raum an der Spitze der Gegenbewegung gegen den Kollektivismus mit seiner roten und braunen Spielart. Er begriff den Zweiten Weltkrieg als „Krieg der totalitären Ideologien gegen die westliche Kultur". Als Gegenprogramm arbeitete er erfolgreich an einer Revitalisierung des Liberalismus. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass es ohne wirtschaftliche Freiheit keine politische Freiheit gibt. Zugleich verdeutlichte er, dass der Fortbestand von Marktwirtschaft und Demokratie sich „Jenseits von Angebot und Nachfrage" entscheiden. Dementsprechend vehement kritisierte er den Wohlfahrtsstaat mit seiner „Vermassung" und „Proletarisierung" als ein „auf Neid gegründetes Instrument einer sozialen Revolution, die auf Gleichheit der Einkommen und Vermögen zielt und zu diesem Zweck den Staat als ‚Kolossalvormund' wählt". Vor dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands hat er bereits vor seinem Tod 1966 noch einmal eindringlich gewarnt.

Hans Jörg Hennecke hat mit seiner glänzend geschriebenen intellektuellen Biographie einfühlsam das Leben des Neoliberalen der ersten Stunde nachgezeichnet. Im Mittelpunkt stehen die wissenschaftlichen und publizistischen Stationen des jüngsten deutschen Professors. Zugleich gestattet er dem Leser, auch durch eine Reihe von Fotos und Dokumenten in dem schlichten, optisch ansprechenden Band, sehr persönliche Einblicke in das Seelenleben des feinfühligen Humanisten zu nehmen. En passant kann man viel über die deutsche politische Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie die Entwicklung und Probleme des Fachs Nationalökonomie lernen.

Das Fehlen eines Ökonomen und Sozialphilosophen seines Ranges, der unerschrocken und aufrichtig für seine Überzeugungen einstand, macht sich in der heutigen Krise besonders schmerzlich bemerkbar. Dies gilt trotz der von klassischen Liberalen kritisierten etatistischen Neigungen Röpkes. Lesen Sie dieses Buch!

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