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Zufall, Schicksal, Irrtum

Zufall, Schicksal, Irrtum: Birger Priddat

Über Unsicherheit und Risiko in der deutschen ökonomischen Theorie vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert

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Autor(en) Birger Priddat Verlag Metropolis Verlag
Sachgebiet(e) Wirtschaftstheorie (nicht österreichisch) ISBN 3-926570-77-6
1999, 176 Seiten, Kartoniert

2. Aufl.

Dieses Buch gibt Einblick in die Behandlung der Unsicherheits- und Risikoproblematik in der Geschichte der deutschen ökonomischen Theorie und der daraus abgeleiteten wirtschaftspolitischen Empfehlungen. Es entsteht damit zugleich eine Chronik der Ansichten über die Rolle des Staates.

Für Justi besteht die Aufgabe des klugen Herrschers darin, die Staatsvernunft gegen die Begrenztheit der bürgerlichen Subjekte durchzusetzen, die in ihren privaten Interessen die "Staatsglückseligkeit" verfehlen, weil sie des allgemeinen Überblicks entbehren. Hegel mißtraut dem Wirken des Marktes und will dieses "System der Zufälligkeiten" in eine "sittliche und stabile Ordnung" umwandeln. Die Historische Schule verlangt von dem paternalistisch aufgefaßten Staat effizienzfördernde Eingriffe in den grundsätzlich akzeptierten Marktmechanismus. Menger zeigt, daß die private Wirtschaft über genügend Vernunft und Voraussicht verfügt, um sich selbst gegen wirtschaftliche Risiken zu versichern. So wird die dem Staat zuerkannte Rolle immer kleiner. Max Weber geht noch einen Schritt weiter: die Unsicherheit im Wirtschaften werde durch stabile Erwartungen der einzelnen über das Verhalten anderer reduziert. Die "Zweckrationalität" behebe die Gefahr grober Irrtümer. Bei Keynes wird dann Unsicherheit konstitutiv für ein Handeln gegenüber der Zukunft.

Inhalt:
Unsicherheit durch Telosschwund - Sicherheit durch Risikoorganisation - Exkurs zur Vorgeschichte der neuzeitlichen Risikotopik - Der Übergang: Adam Smith - I. Die Assekuranz des Staates: Versicherung gegen die Kontingenz der Leidenschaften: Ordnung / Unordnung. J.H.G. von Justi: "sicher gehen" - Zufall. Kritik des "Systems der Zufälligkeit" bei G.F.W. Hegel - Hegel und Kant - Schicksal und "sociale Versicherung": Schmoller, Schaeffle, Brentano - Nationalökonomische Vertiefung der Rechtsphilosophie": Adolph Wagners Theorie des Staatszwangs als "socialoeconomisches" Versicherungsorgan - "Spielcharakter der Volkswirtschaft". Wagners Theorie der "Conjunctur" - Störung und Krise: Analytische Versicherung der Krisenfaktoren bei Wilhelm Roscher II. Zeit, Irrtum, Erwartung: Die Einführung des Risikos in die Sozialwissenschaft im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert: Zeit, Irrthum, Cultur: C. Menger 1871 - Böhm-Bawerk: Absichtliche Setzung der Ursachen - Eindeutige, geschaffene Erwartungen: Max Weber - Momente der Unsicherheit: Carl Menger 1923 III. Unsicherheit und ökonomische Erwartungsbeeinflussung: Vor Keynes - J.M. Keynes: uncertainty, gambling, and money - Der Übergang in die Moderne. Projektion der Möglichkeit.

Quelle: Metropolis Verlag

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