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Nation, Staat und Wirtschaft

Nation, Staat und Wirtschaft: Kurt R. Leube, Ludwig von Mises
Preis 14,90 € In den Warenkorb » Cart
Zustand Neu Auf Lager
Autor(en) Ludwig von Mises Verlag buchausgabe.de
Herausgeber Kurt R. Leube
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 978-3-942239-08-0
2014, 182 Seiten, Kartoniert

Reprint der Originalausgabe von 1919


Original erschienen 1919 bei Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung Wien


Hrsg.: European Center of Austrian Economics Foundation, Kurt R. Leube
mit einem zusätzlichen Vorwort von Kurt R. Leube

Studien zur Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung Vol. I

Dieses lange Zeit vergessene Buch ist 1919 fast zeitgleich mit John Maynard Keynes' berühmtem Klassiker, The Economic Consequence of the Peace erschienen. In seiner analytischen Darstellung der historischen und politischen Entwicklungen Europas ist Mises' Buch diesem jedoch deutlich überlegen und gerade heute wieder von höchster Aktualität. Neben der wirtschafts- und gesellschaftspolitschen Analyse und der historischen Erklärung so kontroverser Begriffe wie "Nation", "Kultur" oder "Migration", zeigte Mises hier bereits das Versagen sozialistischer Planwirtschaften auf.

Quelle: Buchrückentext

 

Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort des Herausgebers
  • Vorwort Ludwig von Mises
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Nation und Staat
    • Nation und Nationalität
      • Die Nation als Sprachgemeinschaft
      • Mundart und Kultursprache
      • Nationale Wandlungen
    • Das Nationalitätsprinzip der Politik
      • Der liberale oder pazifistische Nationalismus
      • Der militante oder imperialistische Nationalismus
        • Die nationale Frage in den Gebieten mit gemischter Bevölkerung
        • Das Wanderproblem und der Nationalismus
        • Die Wurzeln des Imperialismus
        • Der Pazifismus
      • Zur Geschichte der deutschen Demokratie
        • Preussen
        • Österreich
  • Krieg und Wirtschaft
    • Die Wirtschaftslae der Mittelmächte im Kriege
    • Der Kriegssozialismus
    • Autarkie und Grossvorratswirtschaft
    • Die Kriegskosten der Volkswirtschaft und die Inflation
    • Die Deckung der staatlichen Kriegskosten
    • Kriegssozialismus und echter Sozialismus
  • Sozialismus und Imperialismus
    • Der Sozialismus und seine Gegner
    • Sozialismus und Utopie
    • Zentralistischer und syndikalistischer Sozialismus
    • Der sozialistische Imperialismus
  • Schlussbetrachtungen
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Rezensionen
Aktuell Hubert Milz 26.07.14

Im Jahre 1919 legte Ludwig von Mises diese Studie zum verheerenden Zustand des damaligen Europas vor. Die europäische Urkatastrophe des "verdammten 20. Jahrhunderts", nämlich der I. Weltkrieg, war gerade vorbei und die Schneisen, die den Weg zum II. Weltkrieg bereiteten, wurden und waren schon geschlagen,

In diesem Buch analysiert Mises kühl und sachlich solche verschwommenen Worte wie Nation, Volk, Kultur, Demokratie, Einwanderung etc.; also Worte, deren Sinn und Bedeutung vielfach von politischen Zampanos missbraucht, verdreht und verfälscht werden – damals wie heute.

Mises zeigt z. B. sehr eindringlich in seiner Analyse zum langsamen Untergang des Vielvölkerstaates Donaumonarchie den Weg, den die im engeren Sinne österreichischen Parteien gegangen sind. Ein Weg der die deutsch-liberale Partei, die als freiheitlich-demokratische Partei startete, zu einer mehr und mehr anti-freiheitlichen/anti-demokratischen Partei werden ließ. Anderen Parteien – ob deutsch-national oder deutsch-konservativ – erging es nicht besser; und Mises zeigt, dass dieser Weg auch von der österreichischen Sozialdemokratie eingeschlagen wurde und nur durch das Auseinanderbrechen der Donaumonarchie als Ergebnis des Weltkrieges nicht zu Ende gegangen worden ist.

Gerade bei den Analysen in diesem Umfeld ist das Buch sehr aktuell; denn es kommt unmittelbar beim Lesen ganz unwillkürlich die Frage auf: Wie wollen die EU-Politiker, die einen zentristischen EU-Staat als Ziel haben, solche zwangsläufigen Probleme der sprachlich-kulturellen Vielfältigkeiten und Eigenarten ganzer Völker unter dem Zwangsdach eines einzigen Staates friedvoll und verträglich für alle lösen?
Auch andere Teile des Buches sind aktuell. Die Anmerkungen z. B.,
– dass in Deutschland die große Mehrheit etatistisch-sozialistisch ist – eine mehr oder weniger abnorme Überhöhung von „Staat“ vorherrscht;
– dass die Wohlhabenden in Deutschland grundsätzlich unter Generalverdacht stehen, weil Reichtum – gem. deutscher Befindlichkeit – doch grundsätzlich nur auf "kriminellem" Wege entstanden sein kann;
– dass es nur auf die Größe und Stärke des Sozialen ankomme, nicht auf das Individuelle;

Mit Blick auf die EU und die Krisenherde dieser Welt ist das Buch, obwohl 1919 erschienen, eigentlich sehr aktuell – vorausgesetzt der Leser kann die Gegenwart durch die Brille der Vergangenheit interpretieren.

Mises macht in dieser Studie auch klar, dass jeder "klassische Liberale" sofort den Sozialismus anerkennen wird (er selbst natürlich auch), falls die Sozialisten den Beweis führen würden, dass der Sozialismus als Gesellschaftsmodell tatsächlich zwingend ein Mehr an Freiheit und persönlicher Wohlfahrt für den einzelnen Menschen realisieren muss.
Da die Sozialisten dies nicht beweisen, sondern nur behaupten und sich – wegen der Vorgaben von Marx und Engels – jedweder Diskussion über das Werden und Können der sozialistischen Zukunftsgesellschaft entziehen, findet der Sozialismus in seinen verschiedenen Spielarten (sozialistischer Imperialismus, zentralistischer oder syndikalistischer Sozialismus) schon in dieser Studie in Mises einen scharfsinnigen Kritiker, der viele Behauptungen der sozialistischen Theoretiker als Utopien entlarvt.

Beim Lesen entstand auch ganz eindeutig der Eindruck, dass diese Studie von Mises sozusagen die Avantgarde für seine späteren theoretischen Analysen gegen den Etatismus (Interventionismus, Sozialismus, Mittelwege etc.) stellt. Mises fehlt nur noch ein kleiner Schritt hin zu dem Theoretiker, der in einer logisch einwandfreien und brillanten Beweisführung die Unmöglichkeit der sozialistischen Wirtschaftsrechnung darlegen wird. Dieser Schritt erfolgt auch schon 1919 mit dem Vortrag «Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen» vor der "Wiener Nationalökonomischen Gesellschaft". Dieser Vortrag wurde 1920 im "Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik" veröffentlicht und bildete die Keimzelle für das Buch "Die Gemeinwirtschaft" von 1922, ein Buch, welches damals (1922) junge Nachwuchsökonomen, wie z. B. Friedrich August von Hayek, Fritz Machlup, Gottfried von Haberler, Steffy Browne, Wilhelm Röpke, Lionel Robbins oder Bertil Ohlin, stark beeinflusste, prägte und vom Sozialismushin zur Marktwirtschaft führte.

Nicht ganz gelungene Wiederauflage. Eduard Braun 23.01.07

Leider muß man etliche Rechtschreibfehler und abgeschnittene Sätze bemängeln. Möglicherweise liegt das daran, daß im Ausland gedruckt wurde.
Vielleicht wäre es besser gewesen, Faksimile- Technik zu verwenden. Außerdem erscheint mir, daß die Rechtschreibung (wie so oft) "behutsam an die neuen Regeln angepaßt wurde", was an gewissen Stellen (gerade bei Zusammen- und Getrenntschreibweise) das Lesevergnügen schmälert. Allerdings kenne ich das Original nicht, weswegen ich mir hier kein endgültiges Urteil erlauben darf.
Alles in allem ist es natürlich positiv zu bewerten, dieses Buch endlich wieder in deutscher Sprache veröffentlicht zu sehen. Leider kann die äußere Gestaltung mit dem Inhalt nicht schritthalten.