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Maß und Mitte

Maß und Mitte: Wilhelm Röpke
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Autor(en) Wilhelm Röpke Verlag Haupt Verlag AG
Sachgebiet(e) Freiburger Schule - Ordoliberalismus ISBN 978-3-258-02874-3
1979, 262 Seiten, Kartoniert
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Rezensionen
Markt und Moral; Fortschritt und Tradition Hubert Milz 07.02.10

In diesem Buch sind wichtige Aufsätze Wilhelm Röpkes gesammelt. Der Band ist sozusagen als eine Ergänzung der großen Trilogie (Gesellschaftskrisis der Gegenwart; Civitas humana; Internationale Ordnung) zu verorten.
Auch in diesen Aufsätzen zeigte sich Röpke wortgewaltig als eigenwilliger Streiter für eine freie und menschenwürdige Ordnung der Gesellschaft.

Seine Themen in diesem Buch sind:
Markt und Moral im Zusammenspiel mit Fortschritt und Tradition.
Röpke trat für eine "Dezentralisation in allen Sphären", Dezentralisierung war für ihn geradezu das Programm. Mit der Forderung nach Dezentralisation sah Röpke sich selbst als einen Anwalt der für

- die Teilung der Gewalten eintrat;
- der staatsfreie Sphären gewährleistet haben wollte;
- der wirtschaftlichen und geistigen Wettbewerb forderte;
- der das Kleine und Mittlere, die übersichtlichen Strukturen dem nur Großen vorzog;
- der die Notwendigkeit des Eigentums für die menschliche Existenz sah;

damit sah sich Röpke zugleich als Gegner

- des politischen, wirtschaftlichen und geistigen Zentralismus;
- der Mammutgebilde von staatlichen, politischen und wirtschaftlichen Organisationen;
- der Vermassung;
- der Riesenstädte;
- der Anhäufung des Reichtums, nur des Geldes wegen;
- des Imperialismus;
usw.

Gerade die Bestrebungen nach Konzentration in Politik und Wirtschaft, verbunden mit dem der Konzentration innewohnendem Hang die Probleme durch kollektivistische Experimente lösen zu lassen, waren für Wilhelm Röpke Irrwege bzw. gesellschaftliche und politische Verwerfungen. Denn statt einer Lösung sah Röpke darin das Gegenteil einer Lösung, nämlich den entferntesten Punkt zu einer Lösung.

Röpke setzte seine Hoffnung z. B. in eine Revitalisierung des liberalen Gedankengebäudes, in einem neuen Liberalismus, welcher von den Fehlern und Schwächen des Liberalismus des 19. Jahrhunderts gereinigt sein sollte. Einem Liberalismus, deren Vertreter und Befürworter sich stets klar sein sollten, dass die Freiheit ein zerbrechliches Gut ist. Diese Freiheit müsse ihre Grenzen kennen, der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftsrahmen müsse konkret abgegrenzt sein und die Spielregeln müssen klar, fair und für alle gleich sein.

Auch in diesem Buch ist Röpkes Hauptanliegen geradezu greifbar: die Wiederherstellung einer natürlichen, gegliederten Ordnung nach dem Bild des Menschen.

Auch heute sind Röpkes Schriften - und gerade die Texte dieses Buches - wegweisend für Fragen der Wirtschafts- und Sozialordnung!