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Ludwig von Mises

Ludwig von Mises: Margit von Mises

Der Mensch und sein Werk

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Autor(en) Margit von Mises Verlag Philosophia Verlag GmbH
Sachgebiet(e) Biographien ISBN

1981
Festeinband

mit 42 Photos und einer Werkbiographie

Dies ist kein wissenschaftliches Buch, sondern die Beschreibung des Lebens von Ludwig von Mises aus der Sicht seiner Frau. Und dies ist eine faszinierende Sicht, die sich nicht nur dadurch offenbart, daß Margit von Mises für ihren Mann den Kosenamen "Lu" verwendet.

Was wissen wir von Ludwig von Mises als Person, über seine Vorlieben, seine Marotten, seinen Antrieb für seine Arbeit? Kurzum, was war das für ein Mensch, der als einer der wichtigsten Liberalen und Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts gilt?

Einerseits jemand, der bereit war für seine Überzeugung das Äußerste zu geben. Mit der gleichen Überzeugung mit der Ludwig von Mises als überzeugter Anhänger der K.u.K.-Monarchie am ersten Weltkrieg teilnimmt, mit der gleichen Überzeugung tritt er für die Werte der individuellen Freiheit und das einzig damit zu vereinbarende Wirtschaftssystem ein: den Kapitalismus.

Dieser Mann, der bis zu seiner Übersiedlung nach Genf 1934, sein gesamtes Leben bei seiner Mutter verbracht hat, kann sich selbst kein Ei kochen. Gleichzeitig ist er einer der wichtigsten Denker seiner Zeit. Und deshalb steht er bei den Feinden der Freiheit auch ganz oben auf der Liste. Mises weiß, daß es für die Freiheit keine Kompromisse gibt. Er ist ein Verfolgter. In der Nacht nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich wird seine Wohnung als eine der ersten in Wien von den Deutschen durchsucht, geplündert und seine gesamten Unterlagen und die Bibliothek in Kisten gepackt.

Selbst dann noch, als er es geschafft hatte, unter widrigsten Umständen 1941 in die USA einzureisen, waren seine Gegner noch längst nicht verschwunden: "Seine Werke waren allen Sozialisten verhaßt: den Nationalsozialisten, den Kommunisten, den Faschisten und, wie ich später zu meinem Leidwesen erfahren sollte, auch den amerikanischen Sozialisten."[S. 48]

Mit fast sechzig Jahren beginnt Mises mit seiner Familie in den USA noch einmal ganz von vorn. Margit von Mises beschreibt ihren Lu, wie er in seinem Privatseminar einige der fähigsten Ökonomen seiner Zeit versammelt und wie er das Wunder vollbringt, die Österreichische Schule der Nationalökonomie in den USA neu aufleben zu lassen.

Ludwig von Mises avanciert zur zentralen Figur eines Elitenetzwerks, das von Henry Hazlitt über Friedrich August von Hayek, Wilhelm Röpke, Murray Rothbard bis hin zu Israel Kirzner und George Reisman reicht. Es ist interessant zu lesen, wie sich das persönliche Beziehungsgeflecht zwischen Mises und seinen Mitstreitern auf ganz persönlicher Ebene entwickelt hat.

Daneben schildert das Buch auch die Entstehungsgeschichte und -geschichten seiner Hauptwerke, seine Motivation, aber auch seine Niederlagen und den unbändigen Willen den Feinden der Freiheit keinen Zoll breit zu weichen.

Zum Verständnis der wissenschaftlichen Leistung Ludwig von Mises' mag dieses Buch wenig beitragen. Aber zum Verständnis eines der größten Denkers des Liberalismus und der Wirtschaftswissenschaften ist es unerläßlich.

Michael Kastner

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Rezensionen
Der Mensch und sein Werk Hubert Milz 09.02.10

Margit von Mises schildert in diesem Buch das Leben von Ludwig von Mises. Da wir von Ludwig von Mises als Person wenig wissen, auch seine eigenen Erinnerungen, die nur die Zeit bis 1940 umfassen, lassen vieles nur vermuten, ist das Buch von Frau von Mises ein wertvoller Zugang zum Menschen Ludwig von Mises.
Frau von Mises erzählt uns etwas über die Vorlieben ihres Mannes, über die Motive, welche ihn in seiner Arbeit, in seinem Kampf für die Freiheit angetrieben haben. Über den persönlichen Mut, welcher Ludwig von Mises, der ganz oben auf der Vernichtungsliste der Feinde der Freiheit stand (und sein Werk heute noch steht), brauchte, um seinen kompromisslosen Kampf gegen die Menschenverächter von Rechts oder von Links zu führen.
Dieser Kampf kostete ihm die Krone als Wissenschaftler, im antifreiheitlichen deutschen Sprachraum konnte er nie und nimmer eine ordentliche Professur bekleiden, hier waren der Feinde zu viele.
Seine schönsten Jahre als Wissenschaftler sind wohl die Jahre in Genf gewesen, wo er den Lehrstuhl für internationale Wirtschaft innehatte. Doch 1940, nach Hitlers Sieg über Frankreich, mussten Ludwig von Mises und seine Frau aus Europa fliehen und erreichten die USA. Die Nazis wussten ob der Gefährlichkeit dieses Gegners, den sie deshalb mit bestialisch-abgrundtiefem Hass bedachten.
Aber auch in den USA sorgten die Freiheitsfeinde dafür, dass Ludwig von Mises keinen Lehrstuhl erhielt. Aber als geduldeter >Gast<professor (eine private Stiftung bezahlte sein Gehalt) an der New York University schaffte Ludwig von Mises noch einmal einen Neuanfang.
Frau von Mises beschreibt liebevoll wie ihr Mann es unter diesen widrigen Umständen schaffte, genau wie ehemals in Wien, eine Gruppe der fähigsten Ökonomen in einem Seminar um sich zu versammeln und so die Ideen der 'Österreichischen Schule der Nationalökonomie' am Leben zu halten.
Die Teilnehmer dieses Seminars, z. B. Murray Newton Rothbard, Israel Kirzner oder George Reisman, führten als Universitätslehrer das Werk des Ludwig von Mises fort, flankiert von der publizistischen Tätigkeit eines Henry Hazlitt, der mit großem Engagement die Ideen der 'Österreichischen Schule' in den USA populär machte.
Heute wird die Stimme der 'Austrian School of Economics' an etlichen Universitäten in den USA gehört, durch Ron Paul auch in der Politik. Den Grundstein hierzu legte Ludwig von Mises durch sein Seminar in New York.

Fazit: Wer auch etwas über den Menschen Ludwig von Mises erfahren möchte, dem sei diese liebevolle Schilderung von Margit von Mises sehr empfohlen.