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Ludwig von Mises als Pionier der modernen Geld und Konjunkurlehre

Ludwig von Mises als Pionier der modernen Geld und Konjunkurlehre: Carsten Pallas
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Autor(en) Carsten Pallas Verlag Metropolis Verlag
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 3-89518-437-3
2004, 348 Seiten

Ludwig von Mises (1881-1973) gehört zu den herausragenden Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Seine bedeutenden theoretischen und methodologischen Beiträge zur Wirtschaftswissenschaft werden heute zumeist mit zwei seiner Schriften in Verbindung gebracht: Die Gemeinwirtschaft (1922 und 1932), in der er den Nachweis führt, dass in sozialistischen Systemen keine Wirtschaftsrechnung möglich ist, wurde von Anfang an heftig und kontrovers diskutiert. Seine Abhandlung Human Action (erstmals 1949), in der er eine allgemeine Theorie des Handelns und Wirtschaftens entwickelt, fand vor allem in den USA, wohin Mises im Jahre 1940 emigriert war, ein großes Echo. Seine Emigration sorgte zugleich für ein Überdauern der Österreichischen Schule in den Vereinigten Staaten, wo in den letzten Jahrzehnten ein verstärkter Einfluss dieser "Austrian Economics" festzustellen ist. Mises' Frühwerk hingegen wurde diesseits wie jenseits des Atlantiks weit weniger rezipiert. Dies ist insofern erstaunlich, als sich bereits in seiner frühen Abhandlung zur Geld-, Zins- und Konjunkturtheorie sowie zum Bankwesen, der 1912 vorgelegten Habilitationsschrift Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, sowie in seinen weiteren Arbeiten zur Geld- und Konjunkturlehre die Anfangsgründe seines späteren Denkens und Schaffens offenbaren. Pallas' Studie stellt deshalb Mises' originäres Gedankengebäude vor, ordnet dessen Erkenntnisse in die zeitgenössische Lehre ein und beschäftigt sich mit den Gründen für die schwache Resonanz des Frühwerks damals und heute. Zudem werden Mises' geldpolitische Lehre dargelegt und sein Standpunkt als entschiedener "europäischer Liberaler" bzw. "amerikanischer Libertärer" verdeutlicht. Ausgehend von dieser Bestandsaufnahme erörtert Pallas, inwieweit die Misesschen Gedanken bereits Entdeckungen und Entwicklungen der modernen Geld- und Konjunkturtheorie vorwegnehmen und die gegenwärtige Wirtschaftswissenschaft zu befruchten vermögen. Der Autor will mit dieser Studie zeigen, wie lohnend es sein kann, sich auch im deutschen Sprachraum wieder mehr mit Mises zu beschäftigen.

Quelle: Metropolis Verlag

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Rezensionen
Die Geldtheorie des Ludwig von Mises Hubert Milz 08.02.10

Mit dieser Dissertation legte Carsten Pallas eine ausgezeichnete ideengeschichtliche Arbeit vor.

In diesem Buch lernt der Leser nicht nur die Geld- und Konjunkturtheorie von Ludwig von Mises kennen, sondern Carsten Pallas gibt auch einen umfangreichen Überblick über das Leben und das Werk von L. v. Mises und behandelt das vorliegende Thema im Kontext der übrigen Arbeiten des L. v. Mises.

Pallas stellt die Methode der 'Wiener Wirtschaftsschule' vor, gibt einen Überblick über die verschiedenen Standpunkte der Geldlehre zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wendet sich dann dem geldtheoretischen Werk von L. v. Mises zu.
Sorgfältig reflektiert Pallas die Aussagen L. v. Mises zu Geldformen und -funktionen; zur Kritik an der Quantitätstheorie des Geldes und der Nichtneutralität von Geld. Von dort wird übergeleitet zur monetären Konjunkturtheorie, die L. v. Mises auf Basis der Nichtneutralität des Geldes entwickelte und die von Pallas ausgezeichnet nachgezeichnet wird.

Abschließend referiert Pallas über die Bedeutung, welche die Geldlehre L. v. Mises für die heutige ökonomische Theorie haben kann.

Hervorzuheben ist, dass Carsten Pallas bei seiner Analyse der Geld- und Konjunkturtheorie von L. v. Mises dem Leser auch einen guten Einblick in theoretische Denkweisen der 'Austrian Economics' liefert. Diese us-amerikanische Schule ist aus dem Mises-Seminar an der New York University hervorgegangen und zählt nicht zum sog. ökonomischen Mainstream der neoklassischen Synthese.