Legalisierter Raub
Die Ausplünderung der Juden im Nationalsozialismus durch die Reichsfinanzverwaltung in Hessen
| Preis | 44,90 € | Vergriffen | |
| Zustand | Neu | ||
| Autor(en) | Susanne Meinl, Jutta Zwilling | Verlag | Campus Verlag GmbH |
| Sachgebiet(e) | Totalitarismus | ISBN | 3-593-37612-1 |
2004, 248 S.
Bis vor wenigen Jahren war kaum bekannt, in welcher Weise die Angehörigen der Reichsfinanzverwaltung an der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden beteiligt waren. Finanzbeamte trieben Sonderabgaben wie die "Reichsfluchtsteuer" und die "Judenvermögensabgabe" ein, nach der Deportation verwerteten sie das Eigentum der Ermordeten. Nach 1945 waren es oft dieselben Beamten, die in den Entschädigungsbehörden über die Anträge der Überlebenden und der Kinder der Opfer mit entschieden.
1998 beauftragte das Hessische Finanzministerium das Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main mit einer ersten wissenschaftlichen Aufarbeitung: Aus dem Projekt «Die fiskalische Ausplünderung der Juden 1933-1945 in Hessen« ging die Publikation von Susanne Meinl und Jutta Zwilling hervor. Die Autorinnen zeigen, welche Rolle der Reichsfiskus bei der Entrechtung und Ausplünderung der Juden zwischen 1933 und 1945 spielte. Thematisch und chronologisch gegliedert stellen sie die Verwaltungsabläufe der Ausplünderung antisemitisch Verfolgter dar, und belegen den bürgerlichen wie ökonomischen Tod der Diskriminierten beispielhaft anhand einzelner Biografien. Die an der Vermögensentziehung beteiligten Stellen, ihre Struktur, Aufgaben und rechtlichen Grundlagen sowie die nach 1945 mit der »Wiedergutmachung« betrauten Behörden werden in diesem Band erstmals systematisch beschrieben.
Die Studie macht deutlich, dass die Beteiligung des Fiskus am Holocaust die Form eines »organisierten Raubmordes« aufwies, von dem ein Großteil der deutschen Bevölkerung profitierte.
Quelle: Campus Verlag
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