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Jenseits von Angebot und Nachfrage

Jenseits von Angebot und Nachfrage: Wilhelm Röpke

Ein Klassiker der Sozialen Marktwirtschaft

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Autor(en) Wilhelm Röpke Verlag Verlagsanstalt Handwerk GmbH
Sachgebiet(e) Liberalismus, Freiburger Schule - Ordoliberalismus, Sozial- und Wohlfahrtsstaat ISBN 978-3-86950-037-9
2009, 368 Seiten, Gebunden

Klassiker der Sozialen Marktwirtschaft ist wieder da!

Lange Zeit war dieser Klassiker zur Sozialen Marktwirtschaft vergriffen. Dabei ist das Werk Wilhelm Röpkes in Zeiten der Wirtschaftskrise verblüffend aktuell. Jetzt steht ein Nachdruck seines 1958 erschienenen Werks „Jenseits von Angebot und Nachfrage“ ergänzt um eine pointierte Einordnung durch seinen Biografen Hans Jörg Hennecke wieder zur Verfügung.

Der Wirtschaftsbereich Handwerk hat „wie kaum ein anderer das unternehmerische Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft verinnerlicht. Und das bis auf den heutigen Tag“ verkündete Prof. Wolfgang Schulhoff, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, während eines Röpke-Symposiums.

Da lohnt es sich, noch einmal nachzulesen, was Wilhelm Röpke als einer der Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft in einem seiner wichtigsten Werke kraftvoll und brillant formuliert hat.

Quelle: Verlagsanstalt Handwerk GmbH

I N H A L T

Einführung von Hans Jörg Hennecke:
Ein unbequemer Klassiker der Sozialen Marktwirtschaft

Vorwort des Autors

Erstes Kapitel:
Einleitung. Befund nach anderthalb Jahrzehnten

  1. Persönliches
  2. Alte und neue Perspektiven
  3. Marktwirtschaft und Kollektivismus
    Anmerkungen

Zweites Kapitel: Die moderne Massengesellschaft

  1. Masse und Menschenflut
  2. Masse – akut und chronisch
  3. Massenkultur
  4. Masse und Gesellschaft
  5. Langeweile der Massengesellschaft
    Anmerkungen

Drittes Kapitel: Voraussetzungen und Grenzen des Marktes

  1. Sozialer Rationalismus
  2. Die geistig-moralische Klammer
  3. Nobilitas naturalis
  4. Asymmetrie der Marktwirtschaft
  5. Politische Rahmenbedingungen der Marktwirtschaft Anmerkungen

Viertes Kapitel: Wohlfahrtsstaat und chronische Inflation .

  1. Grenzen und Gefahren des Wohlfahrtsstaates
  2. Das Problem der Lebensvorsorgein der freien Gesellschaft
  3. Wohlfahrtsstaat auf internationaler Stufe
  4. Geistiger Ursprung der chronischen Inflation
  5. Das Wesen der chronischen Inflation
  6. Lohninflation
  7. Folgerungen und Perspektiven
    Anmerkungen

Fünftes Kapitel: Zentrismus und Dezentrismus

  1. Scheideliniender Sozialphilosophie und der Wirtschaftspolitik
  2. Das Geflecht der menschlichen Beziehungen
  3. Internationaler Zentrismus
  4. Rechnung ohne den Menschen
    Anmerkungen

Personenregister

Sachregister

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Rezensionen
Liberal und pessimistisch Hubert Milz 07.02.10

Das Buch "Jenseits von Angebot und Nachfrage", erstmals 1958 erschienen, ist ohne Zweifel die wichtigste Schrift aus dem Spätwerk Wilhelm Röpkes – großen Dank für die Neuauflage!

Schon in den früheren Werken Röpkes klang eine kulturpessimistische Haltung an, z. B. im Buch "Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart" von 1942 ("Der Kult des Kolossalen bedeutet den Kniefall vor dem bloß 'Großen' ... die Verachtung des äußerlich Kleinen aber innerlich Großen"), aber hier in "Jenseits von Angebot und Nachfrage" ist dieser Pessimismus an sehr vielen Stellen des Buches geradezu greifbar.
Röpke geißelte in diesem Buch die immer stärker werdenden Tendenzen des Kolossalen. In diesem Zusammenhang warnte er vor den zentristischen Ausrichtungen im Rahmen der Europäischen Einigung, die zunehmende Vermassung aller Lebens- und Kulturbereiche, die Gefahr der freiheits-/marktfeindlichen Attacken aus dem akademischen und intellektuellen Milieu, die 'kollektive Zwangsfütterung' der Untertanen durch falsche Sozialpolitik, vor diesen Umständen und mehr warnte Röpke eindringlich und sprachgewaltig in diesem Buch.

Sein Ideal war ein 'Liberalismus von unten' (Razeen Sally); kleine/mittlere, übersichtliche Strukturen, also:

- Kleingewerbe und starker Mittelstand - Eigentumsbildung auf breiter Basis (Wohnungseigentum mit eigenem Garten für die Stärkung der Selbstversorgung) - Dezentralisierung von politischer und wirtschaftlicher Macht, zu gewährleisten u. a. durch eine Art Marktpolizei - marktfreie Rückzugsgebiete;

Röpke erhoffte sich, dass durch Rückbesinnung auf einfache Lebensstile, auf das Natürliche, durch Stärkung der Familienbande und -traditionen, Besinnung auf das Religiöse ("Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott"), die Gesellschaft zu regenerieren sein würde. Sein Ideal war eine Gesellschaft freier Menschen, die sich und die ihren selbst versorgen, Eigentum pflegen und fähig wären, den Regierenden selbstbewusst und unabhängig auf Augenhöhe zu begegnen.

Röpkes Werk - auch das Buch "Jenseits von Angebot und Nachfrage" - ist von dem Willen durchdrungen, dass ökonomische und politische Freiheit und konservative Kulturkritik zusammengehen. Dies ist Röpkes ureigenster Weg: eine 'Wirtschafts- und Sozialordnung' für den Menschen: Recht, Sitte, Moral, Normen- und Wertüberzeugungen sind für diesen großen 'Denker der Freiheit' die entscheidenden Kristalle der Gesellschaft, die nicht der Markt regelt, sondern auf der politischen Ebene entschieden werden - zum Guten oder zum Schlechten.

Wenn auch eine halbes Jahrhundert seit der 1. Auflage des Buches vergangen ist, dieses Buch ist zeitlos, seherisch und gerade heute von ungemeiner Aktualität: eine stetige Warnung an den Machbarkeits- und Größenwahn vieler Zeitgenossen - z. B. bei der Frage "Wohin strebt die EU?" - werden Röpkes Befürchtungen bezüglich der 'Europäischen Einigung' wahr und die EU mutiert in naher Zukunft zu einem hässlichen Machtmoloch, in welchem die Rechte und Freiheiten des Bürgers keinerlei Rang mehr haben werden? Oder haben wir, die Bürger Europas, noch die Chance auf eine EU der kleinen und überblickbaren Regionen, welche in einem ständigen wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Wettbewerb stehen werden?

Endlich neu aufgelegt! Michael von Prollius 29.12.09

Die Zeit ist reif für Querdenker mit Substanz, prinzipientreue Mahner und Kritiker. Auf die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft treffen diese Charakterisierungen allesamt zu. Mitten in die sozialistische Brandung stellten sie mutig ihre Fundamente einer neu zu begründenden Civitas humana: die per se soziale Marktwirtschaft als Teil einer umfassenderen, menschengemäßen Sozialordnung.

Die Zeit ist reif für liberale Klassiker, die uns so viel Grundlegendes zur Wirtschafts- und Finanzkrise zu sagen haben. Das gilt für ihre Ursachen genauso wie für die Einordnung in den Gesamtzusammenhang einer aus dem Ruder laufenden Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Insofern ist es ein Glücksfall, dass die Verlagsanstalt Handwerk die Rechte für eine Neuauflage von Wilhem Röpkes „Jenseits von Angebot und Nachfrage“ erhalten hat, noch dazu da der Röpke-Biograph Hans Jörg Hennecke eine sehr lesenswerte Einführung beigesteuert hat.

Wilhelm Röpke hat in seinem letzten, 1958 erschienenen Buch eine über das Ökonomische hinausreichende Kritik der modernen Massengesellschaft und des Wohlfahrtsstaates verfasst. Seine leidenschaftlich-vehemente Diagnose einer geistig-moralisch kompaßlos gewordenen Industrie- und Massengesellschaft zeigt zugleich Voraussetzungen und Grenzen der Marktwirtschaft auf, in deren Mittelpunkt der Mensch steht und nicht Kollektive, organisierte Sonder- oder Staatsinteressen: „Je größer das Unheil ist, das in unserer Zeit durch die 'soziale Technik' des Sozialismus, d.h. durch Planwirtschaft, Sozialisierung Erschütterung des Eigentums und umfassenden Wohlfahrtsstaat angerichtet worden ist, ... um so entschiedener muß das Bekenntnis gegen die sozialistische und für die liberale Art der wirtschaftlichen Ordnung ausfallen.“

In fünf Kapiteln analysiert der glänzende Publizist nach einer zeitgenössischen Bestandsaufnahme zunächst die moderne Massengesellschaft sowie die Voraussetzungen und Grenzen des Marktes, dann den Zusammenhang zwischen Wohlfahrtsstaat und chronischer Inflation sowie die nicht nur in europäischer Perspektive ungemein aktuellen Alternativen Zentrismus und Dezentrismus. Dieses letzte Kapitel endet mit einem Abschnitt, der mit „Rechnung ohne den Menschen“ betitelt ist. Dort setzt sich der gebürtige Niedersachse und Wahlgenfer kritisch mit der mechanisch-zentristischen Weltsicht insbesondere der Wissenschaft auseinander. In den vergangenen 50 Jahren hat diese Kultur gefährdende Geisteshaltung weiter zugenommen. Es ist die Steuerungs- und Lenkungsillusion, die die eigentliche tiefere Ursache der aktuellen Krise von Wirtschaft und Gesellschaft bildet.

Die Zeit ist reif für Widerspruch gegen vorherrschende Mythen, darunter einen wohlmeinend lenkenden Staatsapparat, der durch richtige Interventionen in Märkte, erfolgreich regulierend Krisenprävention betreiben könne und als Wohlfahrtsstaat für sozialen Frieden und eine blühende, sozial gerechte Gesellschaft sorgen würde. Die Marktwirtschaft ist wie das übergeordnete Ganze – die offene Gesellschaft – keine sich selbst erhaltende Ordnung. Wenn wir uns nicht für sie einsetzen, werden sie nicht bestehen bleiben. Verschenken Sie den neu aufgelegten Band „Jenseits von Angebot und Nachfrage“ und vor allem: Lesen Sie das Buch selbst!

Quelle: Forum Ordnungspolitik