Heimat los!
Aus dem Leben eines jüdischen Immigranten
| Preis | 19,90 € | Nicht mehr im Angebot | |
| Zustand | Neu | ||
| Autor(en) | Gad Granach | Verlag | Ölbaum Verlag |
| Sachgebiet(e) | Jüdische Aufklärung | ISBN | 3-927217-31-X |
184 Seiten, Broschur
Ein Berliner in Jerusalem, der Goethe auswendig kennt, Tucholsky verehrt und sich noch keinen Tag im Leben gelangweilt hat. Gad Granach hat Geschichte nicht nur erlebt, sondern auch mitgeschrieben. Er hat das Land, in dem weder Milch noch Honig fließen noch als Wüste kennen gelernt. Fünf große und etliche kleine Kriege mitgemacht und immer gehofft, dass der Allmächtige sich ein anderes Volk auserwählt und die Juden in Ruhe lässt.
Quelle: Ölbaum-Verlag
Textprobe (mit freundlicher Genehmigung des Ölbaum-Verlags):
»Dabei kamen wir mit so vielen Idealen ins Land. Wir hatten ja die Fehler der alten Länder gesehen, die Fehler der Demokratien und die Fehler der Diktaturen, und wir glaubten, wir würden etwas ganz Neues schaffen. Und heute sehe ich, dass wir lediglich alle Fehler mitgenommen haben. Wir sind ein Land geworden wie all die anderen Länder auch. Ein Teil der Bevölkerung arbeitet, ein Teil sitzt herum und tut nichts, und ein Teil regiert. Aus England haben wir den Schlendrian übernommen und aus Deutschland die Bürokratie, die nichts anderes kann, als ihre Bürger zu schikanieren. Bürokraten sind ja wie Spalttiere, sie vermehren sich immerzu, aus einem Büro wird noch ein Büro, und sie schlagen große Blasen und verschicken massenhaft Fragebögen und Briefe, die in Israel bis vor kurzem mit einer Heftklammer verschlossen waren, damit man sich beim Öffnen in die Finger gestochen hat. Wenigstens das haben sie jetzt abgeschafft. Aber sie mischen sich ein und reglementieren alles: Wie groß ein Auto sein muss, das eingeführt wird, und wie klein ein Auto sein muss, das eingeführt wird, und wieviele Leute in dem Auto sitzen müssen. Ein ganzes Volk wird ständig schikaniert. Nach meiner Meinung soll sich ein Staat um den Straßenverkehr, die Müllabfuhr, das Gesundheitswesen und die Polizei kümmern und sonst um nichts, wobei das oberste Motto lauten muss: ›Sei nett zu deinem Volk, denn das Volk bezahlt ja die Steuern.‹ Der Staat soll die Leute in Ruhe lassen, die möchten doch nur in den Urlaub fahren und vielleicht auch noch einen größeren Eisschrank besitzen. Glücklich ist das Volk, das den Namen seines Ministerpräsidenten nicht kennt - so etwas gibt es. Die Mehrzahl der Schweizer weiß nicht einmal die Namen ihrer Minister. Aber sie wissen den Namen ihres Bürgermeisters und ihrer Gemeindeschwester. Und sie wissen auch, um wieviel Uhr die Züge abfahren. Wir wissen die Namen aller unserer Minister, aber wir wissen nicht, wann die Züge fahren.«
» Zu diesem Buch eine Rezension schreiben «Noch keine Rezensionen vorhanden

