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Du mein liebes Stück Heimat

Du mein liebes Stück Heimat: Alexander Granach

Briefe an Lotte Lieven aus dem Exil

Preis 29,90 € Nicht mehr im Angebot
Zustand Neu
Autor(en) Alexander Granach Verlag Ölbaum Verlag
Sachgebiet(e) Jüdische Aufklärung ISBN 978-3-927217-64-5
2008, 472 Seiten, Gebunden

Erscheint im Oktober 2008

Bestellungen werden als Vormerkungen entgegengenommen

Mit zahlreichen, bisher unveröffentlichten Fotos

Im März 1933 musste der Berliner Theater- und Filmstar Alexander Granach auf dem Höhepunkt seiner Karriere aus Deutschland fliehen. Er war Jude, und hatte sich zu- dem im politischen Theater von Erwin Piscator bis Bert Brecht engagiert und profiliert. Stationen seiner Emigration waren Warschau, Kiew, Moskau, Zürich, New York und Los Angeles. In Hollywood-Klassikern wie »Ninotschka« (Ernst Lubitsch) und »Hangman Also Die« (Fritz Lang) ge- lang ihm dort erneut der Durchbruch. Kurz vor Kriegsende starb Alexander Granach im Alter von 54 Jahren in New York. Das Erscheinen seiner berühmt gewordenen Auto- biographie »Da geht ein Mensch« erlebte er nicht mehr.

Mehr als 300 Briefe, Postkarten und Telegramme hat Alexander Granach zwischen 1933 und 1945 an seine Lebensgefährtin, die Schweizer Schauspielerin Lotte Lie- ven geschrieben. Sie war eine kompetente Adressatin für seine klugen, vitalen, oft amüsanten Schilderungen der Theaterszene im Exil: Von den gescheiterten Versuchen deutscher Emigranten an wechselnden Orten wieder Fuß zu fassen; von den Tourneen mit dem Jiddischen Theater durch Russland und durch das nur wenige Jahre später für immer vernichtete jüdische Galizien; von seinen Nieder- lagen und Erfolgen als Schauspieler in den USA; von sei- nen Begegnungen mit prominenten Schicksalsgenossen.

Die vor Lebendigkeit und Intelligenz sprühenden Briefe vermitteln eindrucksvoll, was Exil für einen Künstler, des- sen Werkzeug die Sprache ist, bedeutet. Höchst auf- schlussreich sind Granachs hellsichtige Beobachtungen der politischen Situation in Hitler-Deutschland und er- greifend seine Desillusionierung der Utopie Sozialismus. 1938 wurde er in Moskau verhaftet und entkam nur durch Intervention Lion Feuchtwangers bei Stalin. Alexander Granachs Leben war verknüpft mit allen politischen Katastrophen der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts – er stammte aus Galizien und wechselte dreimal die Staats- bürgerschaft. Und dennoch bezeichnete er sich selbst als »der am wenigsten Deprimierte aller Emigranten«.

Über 12 Jahre blieb Lotte Lieven seine Vertraute, sein »liebes Stück Heimat«. Eine intime, einzigartige Chronik des Exils entsteht vor dem Leser. Und nicht zuletzt sind es hinreißende und sehnsuchtsvolle Liebesbriefe, die Alexander Granach schreibt. Lotte Lieven hat all die Handschriften sorgsam aufbewahrt und schließlich in den 1980er Jahren der Akademie der Künste Berlin über- geben, wo Granachs gesamter Nachlass verwaltet wird. Ihre Antwortbriefe existieren leider nicht mehr. Die Briefe Alexander Granachs sind einmalige kultur- historische Dokumente, die beinahe in Vergessenheit ge- raten wären. Durch die jetzt vorliegende Edition, heraus- geben von der Filmhistorikerin Angelika Wittlich und der Verlegerin Hilde Recher, wird das Material erstmals öf- fentlich zugänglich, versehen mit Erläuterungen und einem Personenregister im Anhang.

Mario Adorf, ein großer Kollege und Bewunderer von Alexander Granach, hat das Vorwort zu »Du mein liebes Stück Heimat« geschrieben. Für ihn bedeuten diese »be- sonderen Liebesbriefe« zu Recht die Fortsetzung von Granachs autobiographischem Roman »Da geht ein Mensch«. Mario Adorf stellt auch die Briefedition am 1. Dezember 2008 in der Akademie der Künste in Berlin vor.

Reinhard Müller, Buchautor und wissenschaftlicher Mit- arbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung, liefert in seinem Nachwort einen fundierten Beitrag zur Situation der deutschen Emigranten in Moskau um 1935.

Quelle: Ölbaum Verlag

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