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Die stumme Sünde

Die stumme Sünde: Stefan Blankertz
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Zustand Neu Auf Lager
Autor(en) Stefan Blankertz Verlag Emons Verlag Köln
Sachgebiet(e) Romane ISBN 978-3-89705-281-9

Ein Krimi aus dem Mittelalter
Broschur, 304 Seiten

Der Kölner Ratsherr Andreas Kleingedank wird Anno 1274 von einem Wanderprediger der »stummen Sünde«, der Homosexualität, beschuldigt. Als ihm auch noch ein Mord zur Last gelegt wird, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein: Er soll dem Henker übergeben werden. Verzweifelt sucht seine Schwägerin nach Beweisen für seine Unschuld. Sie schickt ihren Sohn Johannes nach Paris, um durch die Aussage einer dort lebenden Dirne die besondere Verwerflichkeit des Anklägers nachzuweisen. Doch während sie auf die Botschaft von Johannes wartet, spitzt sich die Lage in Köln zu. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Liebe ebenso wie Hass, Toleranz ebenso wie Intoleranz stehen sich in diesem mittelalterlichen Kriminalroman gegenüber, der von widersprüchlichen Gefühlen der Freude und Angst, von Großmut und Kleinlichkeit geprägt ist.

Quelle: Emons-Verlag, Köln » Zu diesem Buch eine Rezension schreiben «

Rezensionen
Mittelalterliche Multi-Kulti-Toleranz Karola Tembrins 25.11.04

Blankertz’ neuer Roman, "Die stumme Sünde", ist mir, obwohl er wieder im 13. Jahrhundert spielt, teilweise sehr nahe gegangen. Der spannende Krimi um einen Mord, der einem schwulen Ratsherrn Andreas in die Schuhe geschoben werden soll, führt nämlich geradewegs zu der Frage, wie tolerant man selbst nun wirklich ist. Nicht alle in Köln folgen dem falschen Prediger Emund, der den Tod von Andreas fordert. Und allen voran wehrt sich der alte Magister Albertus, der erst später den Beinamen "Magnus" bekommen sollte, gegen den "neumodischen" Quatsch der Homosexuellenverfolgung.
Der Hauptheld des Romans, der Mönch Johannes, ist sich allerdings nicht so sicher, wie er sich zu der "stummen Sünde", wie damals die Homosexualität genannt wurde, stellen soll. Und das, obwohl er von seiner Mutter befohlen bekommen hat, bei der Rettung des angeklagten Ratsherrn mitzuwirken. Dazu muss er sich, um eine wichtige Zeugin, die Prostituierte Ingeborg, aus Paris nach Köln zu holen, auf den weiten Weg machen, wo ihn ein Novize begleitet. Bei einer Rast hilft ihm der Novize, auf den richtigen Trichter zu kommen: Ja, Homosexualität ist "unnatürlich", aber die christliche Religion fordert ja viele "unnatürliche" Dinge wie zum Beispiel auch die Jungfräulichkeit der Mönche. Als Johannes begreift, was dies bedeutet, vollführt er einen Freudentanz um einen Baum. Dies finde ich ein bewegendes Bild dafür, wie erleichert wir uns fühlen können, wenn wir ein Vorurteil abwerfen. Und tolerant zu Andersartigkeit sein können. An dieser Stelle habe ich fast nicht mehr gemerkt, dass es sich um einen historischen Roman handelt: denn von solcher Toleranz brauchen wir ja auch heute mehr denn je.
Ansonsten ist dieser Roman, wie auch Blankertz’ "Konkubine des Erzbischofs", sehr historisch (er ist auch soetwas wie eine Fortsetzung). Nicht nur die schöne, leicht altmodische Sprache entführt einen ins Mittelalter, sondern auch viele Details über das tägliche Leben und Lieben, die ich so noch wie woanders gelesen habe. Alles in allem ist es ein gelungener Historienschmöker, in dem man versinken kann. Und die Zeit um sich herum völlig vergessen.