Buchausgabe
Info Kontakt Impressum Suche Warenkorb
buchausgabe.de - Bücher für den Liberalismus

Die Steuertheorien der Austrian Economics

Die Steuertheorien der Austrian Economics: Karsten von Blumenthal

Von Menger zu Mises

Preis 38,00 € In den Warenkorb » Cart
Zustand Neu Versandfertig in ca. 2 bis 4 Werktagen
Autor(en) Karsten von Blumenthal Verlag Metropolis Verlag
Sachgebiet(e) Österreichische Schule ISBN 978-3-89518-618-9

2007, 436 S., gebunden
Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie, Bd. 31
Dissertationsschrift

Die Steuertheorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie haben die zeitgenössische Finanzwissenschaft wesentlich beeinflusst, sind aber von der ideengeschichtlichen Forschung bisher kaum beachtet worden. Dabei hat die Schule nicht nur so hervorragende Steuertheoretiker wie Robert Meyer und Emil Sax hervorgebracht, sondern auch eine spezifisch „österreichische“ Steuertheorie entwickelt, die auf der Basis der Mengerschen subjektiven Werttheorie neue Antworten auf die (ur-)alten Fragen zur Gerechtigkeit und zur Effizienz der Besteuerung geboten hat. Meyer formuliert eine Neudeutung der Opfertheorie auf marginalistischer Grundlage. Die beeindruckendste Leistung vollbringt Sax, der ein komplexes ökonomisches Theoriegebäude entwickelt, das die Effizienz der Besteuerung ins Zentrum stellt. Dies ist für die zeitgenössische deutschsprachige Finanzwissenschaft, deren Schwerpunkt auf Gerechtigkeitsfragen und auf der Lösung praktischer Besteuerungsprobleme liegt, eine geradezu revolutionäre Tat. So verwundert es nicht, dass Sax’ Werk zwar in Italien und Schweden intensiv rezipiert wird, in Deutschland aber weitgehend auf Ablehnung stößt und innerhalb der Österreichischen Schule nur von Wieser aufgearbeitet wird. Nach dem ersten Weltkrieg bietet Schumpeters interdisziplinärer Zugang zu steuertheoretischen Fragen neue Sichtweisen auf die Steuertheorie, die bis heute die Forschung anregen. Neben der ökonomischen Deutung verfolgt er soziologische, evolutorische und historische Ansätze, um die Wirkung der Besteuerung zu erfassen. Mises dagegen basiert seine Beurteilung der Besteuerung auf seinem liberalen Credo – das sich allerdings keineswegs als schultypisch erweist.

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Beiträge die Vertreter der Österreichischen Schule zur Steuertheorie geleistet haben und inwieweit sich daraus eine eigenständige „österreichische“ Steuertheorie entwickelt hat. Sowohl die ideengeschichtlichen Einflüsse auf die Schule als auch die Wirkung, die die Schulvertreter auf das finanzwissenschaftliche Denken gehabt haben, werden analysiert. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich von den Anfängen der Schule in den 1880er Jahren bis ihrem Zerfall in den 1930er Jahren.

Quelle: Metropolis Verlag

» Zu diesem Buch eine Rezension schreiben «
Rezensionen
Staatswohltaten und Steuerübel Hubert Milz 08.02.10

Mit diesem Buch legte Karsten von Blumenthal eine gut lesbare ideengeschichtliche Arbeit zur Finanzwissenschaft der "österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre" vor.
Nach einem guten Überblick zur Entstehung und Entwicklung der "österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre" kommt Blumenthal zum eigentlichen Thema, den Steuertheorien innerhalb der Schule.
Dabei zeigt er auf, dass insbesondere Emil Sax aufbauend auf Mengers subjektiver Werttheorie zu einer Art "Steuerwertlehre" kommt. Sax stellt die Frage nach der Effizienz von Steuern: erbringt der Staat durch die Bereitstellung öffentlicher Güter und staatlicher Wohltaten, welche durch das Übel Steuereinnahmen finanziert werden, für die gesamte Gesellschaft einen Nutzengewinn, der höher ist als der Nutzenverlust, den die Bürger durch die Steuerzahlungen haben? Daraus folgt, dass die Höhe der Steuerlast stets abzuwiegen ist, dass die Staatsausgaben also nicht im Vorfeld feststehen müssen, sondern mit Blick auf Effizienz der staatlichen Leistungen variabel sein sollten.
Blumenthal bedauert, dass dieser Ansatz von Theoretikern wie Ludwig von Mises oder Joseph Schumpeter nicht weiterentwickelt worden ist. Vielleicht auch deswegen, weil - wie dies schon Schumpeter erkannte - das breite Volk eben Neidsteuern als 'sozial gerecht' empfindet.

Fazit:
Für ideengeschichtlich interessierte Leser eine dankbare Lektüre. Ein Buch, welches auch zeigt, dass die Ignorierung des Effizienz-Ansatzes von Sax den Weg offen machte, der unsere westlichen Demokratien in Richtung immer höherer Neidsteuern treibt.