Die Logik der Währungskonkurrenz
Ein Versuch auf der Grundlage einer Kantischen Interpretation von Unsicherheit und Institutionen
| Preis | 29,50 € | Vergriffen | |
| Zustand | Neu | ||
| Autor(en) | Guido Hülsmann | Verlag | MA Management Akademie GmbH |
| Sachgebiet(e) | Österreichische Schule | ISBN | 3892750130 |
| Kartoniert | |||
Leider vergriffen
Das zwanzigste Jahrhundert ist das Jahrhundert der großen Experimente mit der Geldversorgung. Bislang sind jedoch alle Versuche gescheitert, eine dauerhafte Geldordnung an die Stelle des bis zum ersten Weltkrieg vorherrschenden Systems der Goldkernwährung zu setzen.
Eine der originellsten Erklärungen dieses Phänomens wurde vom österreichischen Ökonomen F.A. von Hayek gegeben. Hayek zufolge liegt der geringe Erfolg der modernen Geldsysteme darin begründet, daß das Geldangebot bislang stets von Regierungen reguliert und nicht durch Privatunternehmen produziert wurde. Regierungen haben kein Interesse an der Produktion eines wertstabilen Geldes, da sie andere Geldanbieter zur Not auch mit Gewalt ausschalten können. Privatunternehmer hingegen können kein Gewaltmonopol geltend machen und müssen daher ihre Konkurrenten durch bessere Leistungen übertreffen. Dies gilt in Hayeks Augen auch im Bereich der Geldproduktion. Daraus leitet er die politische Forderung ab, die Produktion der vorhandenen Papierwährungen zu privatisieren.
Die theoretische Erörterung (geschweige denn die Begründung) dieses Vorschlags ist in der bisherigen Literatur nur sehr unvollkommen gelungen. Die Geldtheorie steht hier vor Problemen, die mit dem vorhandenen Begriffsapparat und insbesondere im Rahmen des konventionellen empiristisch-mathematischen Ansatzes nicht zu lösen sind. Zum einen ist an eine empirische Beweisführung überhaupt nicht zu denken, da es eine Papiergeldkonkurrenz noch nie in der Art gegeben hat, wie sie Hayeks Überlegungen zugrunde liegt. Zum anderen kann Hayeks Vorschlag keinesfalls unmittelbar aus der Feststellung abgeleitet werden, daß Regierungen ihre Geldhoheit stets mißbraucht haben und aller Voraussicht nach auch weiterhin mißbrauchen werden. Die Hayeksche Forderung unterstellt vielmehr, daß der Wettbewerb von Papiergeldproduzenten genauso dauerhaft sein kann wie der von Gold- oder Silberproduzenten. Mit anderen Worten nimmt Hayek an, daß die Produktion von Papier- oder Zeichengeld keiner eigenen Sachlogik unterworfen ist. Diese Annahme ist jedoch alles andere als gut begründet. In der bisherigen Literatur ist die Frage nach einer Logik der Währungskonkurrenz noch nicht einmal aufgeworfen worden. Die vorliegende Arbeit versucht, die Lücken in der Geldtheorie zu schließen, die in der bisherigen Diskussion von Hayeks Vorschlag deutlich wurden. Anfangs- und Endpunkt der hier vorgestellten Überlegungen ist dabei die allgemeine Frage, unter welchen Bedingungen die gleichzeitige Verwendung mehrerer Geldarten möglich ist. Diese Frage wird im Rahmen des aprioristischen Ansatzes erörtert, der vom östereichischen Ökonomen Ludwig von Mises ab den dreißiger Jahren entwickelt wurde. Der Verfasser gelangt unter kritischer Fortentwicklung des Misesschen Begriffsapparates zu einer Neudarstellung der Geldtheorie. Die umfassende Erörterung des Hayekschen Vorschlages erfolgt dabei im Rahmen einer allgemeinen Theorie des „Handelns mit mehreren Geldarten“. Die sich ergebenden Schlußfolgerungen sind weitreichend und können praktisch unmittelbar verwertet werden. Der Verfasser fordert den Rückzug des Staates aus der Geldversorgung, die Wiedereinführung der Edelmetallwährungen und die hundertprozentige Deckung von Sichtguthaben und anderen Geldsurrogaten.
Guido Hülsmann
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