Die Ideenwelt des Anarchismus
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| Autor(en) | Walter Borgius | Verlag | Espero Verlag |
| Sachgebiet(e) | Anarchismus | ISBN | 3-905052-69-5 |
86 S., br.
neu herausgegeben und mit einem Nachwort von Ulrich Klemm
Mit dieser Schrift, die erstmals 1904 erschien, liegt eine Analyse des Anarchismus vor, die zu den überzeugendsten in der deutschen Anarchismusforschung zählt.
Quelle: Espero - Forum für libertäre Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung
In einer systematischen Studie arbeitet Borgius die Kernelemente des Anarchismus heraus. Im Mittelpunkt stehen das Verhältnis von Individuum und Staat, das Verhältnis von Anarchismus und den Kulturaufgaben wie Recht, Wirtschaft, Ehe und Erziehung sowie drittens das Phänomen "Staat" als Vergesellschaftungsform.
Borgius argumentiert aus einer ideologiekritischen Position heraus und bietet mit seiner klaren Sprache einen prägnanten Überblick über die politische Philosophie des Anarchismus.
Quelle: Buchrückentext
| Rezensionen | ||
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| Empfehlenswerte ideologiefreie Einführung in den Anarchismus | Michael Gisiger | 29.06.06 |
Die kurze Schrift mit dem Titel "Die Ideenwelt des Anarchismus" erschien erstmals 1904 und basiert auf einem Vortrag, den Borgius 1903 im "Freien Volkswirtschaftlichen Seminar" Berlin gehalten hat. Borgius wollte damit eine "gemeinverständliche Darstellung der anarchistischen Lehren" seiner Zeit geben. Damit steht das Werk in der sehr kurzen Reihe deutschsprachiger Gesamtdarstellungen der anarchistischen Idee. Besonders hebt sich Borgius auch aus der Masse anarchistischer Autoren dadurch ab, dass er als Geschäftsführer eines Handelsvertragvereins ein durchwegs bürgerliches Leben führte. Daneben war er aber auch ein radikaler Kritiker des Schulwesens und der damals herrschenden Sexualmoral und überzeugter Individualist. Neben seiner Präferenz für den Anarchismus sind dies Gedankengebäude, die ihn durchaus verbinden mit Max Stirner oder Benjamin R. Tucker. Wohl auch auf seinem gewissermassen bürgerlichen Weltbild aufbauend sieht - und darin liegt der Wert seiner Arbeit - Borgius den Anarchismus als konsequent gelebten Anarchismus. Für ihn stand und steht das Individuum im Vordergrund. Mittelpunkt seiner Untersuchung bilden die frei Themenkreise "Individuum vs. Staat", "Anarchismus und sein Verhältnis zu den sozialen Regelmechanismen wie Recht, Wirtschaft, Ehe oder Erziehung" sowie das "Phänomen Staat". Bei der Behandlung dieser drei Themata gelingt es ihm, den Kern der anarchistischen Theorie ideologiekritisch und analytisch herauszuarbeiten. Besonders seine Entstehungsgeschichte des Staats ist noch heute lesenswert. Staat ist für Borgius nichts anderes als eine "politisch-militärische Zwangsorganisation", die es zu überwinden gilt. Zumal der Staat bereits durch seine innere Dynamik unweigerlich selbst auf seine eigen Auflösung hin zustrebt. Die Neuauflage von 2002 besorgte in verdankenswerterweise Espero gemeinsam mit der Edition Anares. Angereichert wird der Band durch ein ausführliches Nachwort des Herausgebers Ulrich Klemm. Das Buch empfiehlt sich allen, die eine möglichst ideologiefreie kurze Einführung in die Idee des Anarchismus suchen. |
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