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Das Staatsbild Franz Böhms

Das Staatsbild Franz Böhms: Tamara Zieschang
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Autor(en) Tamara Zieschang Verlag Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH
Sachgebiet(e) Freiburger Schule - Ordoliberalismus ISBN 3-8282-0240-3

2003, IX, 273 S., gebunden

Der Liberale und Mitbegründer der Freiburger Schule, Franz Böhm, weist dem Staat eine ordnungssichernde Funktion zu. Ihm fällt die Aufgabe zu, der Beschränkung von Freiheit durch private Macht in Wirtschaft und Gesellschaft wirksam entgegenzutreten. Dabei soll der Staat Hüter des Rechts unter dem Gesetz sein. Die Autorin skizziert die Grundvorstellungen der Freiburger Schule und erläutert Franz Böhms Konzepte für eine freiheitliche Wirtschafts-, Gesellschafts- sowie Staatsordnung.

Quelle: Verlagsprospekt der Lucius & Lucius Verlagsges. mbH

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Rezensionen
Recht - Staat - Gesellschaft - Wirtschaft Hubert milz 09.02.10

In dieser Arbeit geht Tamara Zieschang dem Ideengebäude des Rechtswissenschaftlers Franz Böhms nach.

Zunächst gibt die Autorin einen Überblick zur Entstehung der Freiburger Schule, der Franz Böhm angehörte. In einer kurzen Skizze werden die kritischen Reflexionen der Schule zum Laissez-faire und zur deutschen Historischen Schule aufgerissen und die Grundlagen der Ordnungsidee (Ordo-Gedanke / Rechts-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung) im Zusammenwirken mit dem Menschenbild der Freiburger Schule angesprochen.

In den Hauptteilen der Arbeit werden Franz Böhms Ansichten und Konzepte zur Wirtschaftsordnung, zur Privatrechtsgesellschaft und zur staatlichen Ordnung umfassend geschildert.
Dabei wird klar, dass Franz Böhm in einer Wettbewerbsordnung, die diesen Namen auch verdient, den Dreh- und Angelpunkt für eine gute und freie Gesellschaft sieht.
In den Konzeptionen Böhms sind die Eckpfeiler des Wettbewerbs das Privatrecht und das Marktsystem. Privatrecht und Markt werden als Signale gebende Systeme für die handelnden Menschen verstanden. Privatrecht und Markt sind für Franz Böhm die entschieden zu schützenden Kristalle, die zu sichern und zu pflegen sind, um die Wettbewerbsordnung vor ihren Feinden zu schützen. Zu diesen Feinden zählt Franz Böhm:
einmal den Staat, der durch die Regierungspolitik Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten und auf Kosten der Schwachen bewirken kann;
zweitens die private Macht, welche z. B. durch Kartelle den Wettbewerb aushöhlen kann, falls die Rechtsordnung eine Kartellbildung duldet.
Anschaulich wird dargelegt, wie Böhm die Entstehung privater Macht und deren negativen Einfluss, auch im Zusammenspiel mit den politikverantwortlichen Interessengruppen sieht.

Das Buch ist eine ideengeschichtlich interessante Lektüre. Das Buch zeigt den Weg eines Mannes, der sich in den Anfängen seiner Laufbahn intensiv mit den Problemstellungen und Fragen ob der Realisierung einer freiheitlichen Ordnung auseinandersetzt - und dies in den 1930er Jahren im Terrorstaat Hitlers. Weiter kann man in diesem Buch dann Böhms wissenschaftlichen und politischen Weg zur und in der Bundesrepublik Deutschland verfolgen. Dieser Weg besteht in Böhms Verlangen am Werden eines neuen Deutschlands mitzuwirken; eine freie Gesellschaftsordnung nicht nur mitzugestalten, sondern auch zu bewahren. Gleichzeitig führt das Buch, zwar ist der Fokus die Person des Franz Böhm, durch entscheidende Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und reißt Themen an, über die es sich lohnt - über die eigentliche Thematik des Buches hinweg - nachzudenken.