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2068

2068: Stefan Blankertz
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Autor(en) Stefan Blankertz Verlag Emons Verlag Köln
Sachgebiet(e) Romane ISBN 978-3-89705-513-1
2007, 224 Seiten, Broschur

2068: die halbe Welt befindet sich im Griff der Gesundheitsfanatiker und Langweiler! Deutschland ist seit Jahrzehnten Teil des chinesischen Einflussgebietes und der Wortschatz der Jugendlichen wird von chinesischen Vokabeln geprägt. Amerika ist die Verkörperung des Bösen und es gilt als unstatthaft amerikanische Wörter zu verwenden.

Nichts im Leben der Menschen ist wirklich aufregend. Dafür sorgen Pillen und ein Ding namens Zwanjang, das man entweder am Arm trägt oder gleich implantiert bekommt.

Verhält man sich nicht so wie es die staatliche Gesundheitsnorm vorgibt, dann piepst das Zwanjang und sorgt dafür, daß man in der Zentraldatei des Staates eine entsprechende Anzahl von Punkten erhält.

Und das kann schnell gehen: Lust auf Butter oder Fleisch? Lust auf Sex oder gar eine Zigarette geraucht?

Wer die maximal erlaubte Punktzahl überschreitet wird in Pflegeanstalten abgeschoben. Wer zu alt ist auch. Denn neben dem Gesundheitswahn herrscht auch der Jugendwahn.

Mitten in dieser Welt taucht plötzlich eine Altentruppe auf, die sich benimmt, als sei sie die Reinkarnation der wilden sechziger Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts. Eigentlich sollten sie sich längst in staatlicher Verwahrung befinden und ihr Dasein in den dafür vorgesehenen Anstalten fristen. Doch sie scheren sich einen Dreck darum.

Sie veranstalten Konzerte mit lauten E-Gitarren und scheppernden Schlagzeugen, leben in einer Wohngemeinschaft, versorgen sich selbst, haben sich einen eigenen alternativen Wirtschaftskreislauf geschaffen und ignorieren die Gesundheitsvorgaben der Behörden.

Diese Subkultur der Alten ist ein Affront gegen die Bürokratie und die politischen Machthaber, die das Leben jedes einzelnen bis ins Detail bestimmen möchten. Der Staat will seinen Bürgern gutes tun, weshalb er diejenigen, die aufpassen sollen, daß alle Vorgaben und Vorschriften eingehalten werden, auch nicht Polizisten, sondern Guttuer nennt.

Es ist kein Wunder, daß die aufrührerischen Alten gerade auch unter den Jugendlichen Anhänger finden. Die Subkultur Schengsen, wie die Alten auf chineutsch, dem Mischmasch aus chinesisch und deutsch heißen, steht kurz davor, zu einer regelrechten Bewegung zu werden.

Doch dann stirbt auf ziemlich seltsame Weise der Anführer der Bewegung, Edgar Longhang und vor dem Hintergrund einer gar nicht allzufernen Zukunft beginnt sich ein Geflecht aus Verdächtigungen, Indizien und Spuren aufzubauen, das den Leser kaum kalt läßt.

Stefan Blankertz zeigt in seinem mittlerweile sechsten Kriminalroman erneut, daß er nicht nur ein Meister des filigran erzählten Verbrechens und seiner fesselnden Aufklärung ist, sondern daß er es obendrein versteht, die Hergänge so zu schildern, als sei man Teil des Geschehens.

Sich als Teil der Geschichte zu fühlen und sich mit den Akteuren zu identifizieren fällt auch bei "2068" nicht schwer. Die Welt von "2068" ist keine hochtechnisierte Hightechwelt oder gar ein futuristisches Utopia. Die Welt von "2068" ist mit ihren technischen Möglichkeiten nur wenig von dem entfernt, was heute bereits möglich ist.

Die Menschen verhalten sich nicht anders als heute. Mit dem Unterschied, daß sie sich an einige Rahmenbedingungen anpassen müssen, die jeweils nur zu ihrem besten dienen und ihnen jegliches Risiko "abnehmen".

"Risiko lohnt nicht" sagt das Gesundheitsministerium.

 

"Wir haben nichts zu verlieren als das Leben" pflegte Edgar Longhang zu sagen.

 

Es ist mir schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Von der ersten Seite an, möchte man mehr wissen über die Menschen, die in diesem Roman mitwirken.

2068 ist Krimiliteratur vom feinsten: anspruchsvoll, durchdacht und vor allem spannend bis zum Schlußpunkt!

Michael Kastner
buchausgabe.de


Paris: Mai 1968. Aufstand der Jugend. Köln: Mai 2068. Aufstand der Alten. Leben Sie gesund? Tun Sie es lieber, sonst droht Entmündigung. Europa ist mit China verbündet. Mit Englisch kommt man nicht mehr weit, es wird ein Kauderwelsch aus Chinesisch und Deutsch – »Chineutsch« - gesprochen. Die rote Fahne weht über Köln, der Hauptstadt der »deutschen Region«. Überalterung, allgegenwärtige Kontrolle und eine reaktionäre Politik bestimmen das Leben, das zu einer Wüste aus »gesundheitspolitisch korrektem Verhalten« wird. Nur eine mutige Gruppe entmündigter alter Menschen kämpft gegen die Sinnentleerung. Als der »graue Edgar«, einer der unangepassten Alten, bei einer Operation stirbt, wird seine junge Freundin Penelope zur Leitfigur des Widerstandes. Aber sie gerät zwischen die Fronten, als sie versucht, die mysteriösen Umstände von Edgars Tod aufzudecken.

Ein packender Kriminalfall vor der lebendig skizzierten Kulisse einer zukünftigen Gesellschaft, in der »Gesundheit« der alles beherrschende Wert ist.

Quelle: Emons Verlag

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