Kann Batman die Mises-Bibliothek vor den Nazis retten?
02.08.08
Paul Popes Batman Comics sind ganz besondere Geschichten. Sie sind Geschichten, die von einem Batman berichten, der vor allem eines bekämpft: Regierungen und die vermeintliche Allmacht des Staates. Der Comic-Autor hat sich durch seinen markanten Zeichenstil und seine ungewöhnlichen Plots einen Namen in der an schillernden Figuren nicht gerade armen Comic-Szene gemacht.
Der vorliegende Band "Batman Year 100" enthält als Special-Bonus Paul Popes erstaunliches Batman-Erstlingswerk und einen der wohl außergewöhnlichsten Batman-Plots überhaupt: die Geschichte vom "Berlin Batman", der ein Anhänger des Ökonomen Ludwig von Mises ist.
Angesiedelt ist die Geschichte diesmal nicht in einem fiktionalen Gotham City der Zukunft, sondern im Berlin des Jahres 1939. Die Fassade eines gesellschaftsweit bekannten Salonlöwen bietet dem jüdischen Batman namens Baruch Wane die Möglichkeit die Diktatur der varhaßten Nazis zu bekämpfen.
Hellhörig wird Wane, als ihm ein Polizeikomissar erzählt, daß die Nazis die Bibliothek eines gewissen Ludwig von Mises konfisziert hätten und diese Bibliothek auf dem Weg nach Berlin sei.
Batman, offensichtlich ein Anhänger der Ideen von Ludwig von Mises, ist sich der Bedeutung dieser Bibliothek bewußt. Aber was kann ein Mann, ausgestattet mit einem Fledermaus-Cape und einer Maske gegen den Gewaltapparat der Nazis ausrichten?
Paul Pope macht aus seiner libertären und anti-etatistischen Überzeugung keine Mördergrube und so läßt er den Erzähler seiner Geschichte sagen: "Von Mises' anti-authoritarian ideas were first a threat to the Nazis, then the Soviets, and to all increasingly regulatory governments in our own times." "He was against socialism in all its many form. He was an advocate of individual liberty, free speech, and free thinking ... and so, should I add, was the Berlin Batman"
Die Geschichte vom Berlin-Batman, der versucht die Bibliothek von Ludwig von Mises zu retten, umfaßt 19 der 227 Seiten des vorliegenden Bandes, aber auch der Rest der Geschichten ist von den libertären Vorstellungen des wunderbaren Zeichners Paul Pope geprägt.

