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Hans F. Sennholz

29.03.09

Hans SennholzEs gibt unter den deutschsprachigen "Austrians" einige Autoren, die gerade in Deutschland nur sehr wenig an Popularität erlangt haben. Mitunter, da ihre Bücher in Deutschland eher selten erhältlich sind. Der vor zwei Jahren in den USA verstorbene Hans F. Sennholz ist einer jener großartigen Ökonomen, die es verdient haben, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden. buchausgabe.de möchte Sie mit diesem kurzen Text dazu verführen, sich etwas näher mit den wichtigen Beiträgen von Hans Sennholz zur Österreichischen Schule zu beschäftigen.

Hans Friedrich Sennholz wurde am 3.2.1922 in Brambauer in Nordrhein-Westfalen geboren. Bereits mit 17 Jahren wurde er aufgrund seiner Begeisterung für die Fliegerei als Pilot in die Luftwaffe eingezogen und nahm als Jagdflieger am zweiten Weltkrieg teil.

Während eines Kriegseinsatzes über Nordafrika wurde sein Flugzeug abgeschossen und Hans Sennholz geriet in Kriegsgefangenschaft, die er unter anderem in Gefangenenlagern in den USA verbrachte. Durch die Unterstützung von Verwandten, die bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert waren, konnte er sich als Kriegsgefangener an der Universität von Austin, Texas, für ein Studium einschreiben. Ein Jahr nach Kriegsende wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Hans Sennholz ging nach Deutschland zurück und schloß 1948 sein Studium zum Diplom-Volkswirt an der Universität Marburg ab. Anschliessend promovierte er an der Universität Köln. Seine Dissertation schrieb er über "Gewerkschaften und Räte nach dem Ersten Weltkrieg". Für kurze Zeit arbeitete er als Anwalt in Köln, um dann 1949 wieder in die USA zurückzukehren. Sein Interesse galt der Wall Street. Vorher wollte er jedoch einen amerikanischen Universitätsabschluß zu seinem Curriculum hinzufügen, um überhaupt Chancen auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt zu haben. Sennholz begab sich auf die Suche nach einer Universität, die die besten Kurse im Bereich Finanz- und Geldwesen anbot. Im Januar und Februar 1950 stattete er unter anderem der New York University einen Besuch ab.


Während seines Studiums in Marburg hatte Sennholz in der Universitätsbibliothek zwei deutschsprachige Werke von Ludwig von Mises entdeckt: "Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel" und "Die Gemeinwirtschaft". Diese Bücher beeindruckten ihn sehr. Aufgrund der Tatsache, dass diese Bücher zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20, ja zum Teil mehr als 30 Jahre alt waren, ging er davon aus, dass der Autor, Ludwig von Mises, bereits verstorben sei. Um so überraschter war Hans Sennholz, als er ausgerechnet bei seinem Besuch der New York University feststellte, dass genau dieser Ludwig von Mises dort unterrichtete. Sennholz faßte einen Entschluß: hier wollte er studieren. Im Herbst 1950 schrieb er sich für einen der Grundlagenkurse in Politischer Ökonomie bei Mises ein.

Bald darauf sprach Sennholz Mises an und bat ihn, sein Tutor und Unterstützer für ein Doktorat in Philosophie zu werden. Mises lehnte das Ersuchen unter dem Hinweis auf die strengen Anforderungen, die die meisten Studenten nicht erfüllten, umgehend ab. Aber Sennholz liess sich nicht so schnell abweisen. Sechs Wochen später bat er Mises erneut und offensichtlich hatte er ihn so sehr überzeugt, daß dessen ablehnende Haltung sich in Zustimmung gewandelt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt strebte Sennholz immer noch eine Karriere an der Wall Street an. Er war davon überzeugt, dass er mit seinem tiefem Wissen über Geld und Kredit, Konjunkturzyklen und der Auswirkungen von Staatseingriffen auf dem Börsenparkett Ruhm und Geld erlangen würde. Zudem glaubte er, dass insbesondere die Ideen der Österreichischen Schule und die Theorien von Ludwig von Mises für sein Fortkommen an der Wall Street überaus nützlich sein würden. An eine Professorenlaufbahn dachte Sennholz zu diesem Zeitpunkt nicht nicht im entferntesten.

Zwei Ereignisse sollten diese Planungen zunichte machen:

Mises stellte Sennholz einen Freund und Bewunderer vor; einen bedeutenden Industriellen und zugleich Gründer eines Verlages mit Namen Libertarian Press: Frederick Nymeyer. Nymeyer wollte wichtige Bücher über die Österreichische Schule, die noch nicht in englischer Sprache verfügbar waren, herausbringen. Mises schlug vor, mit Eugen von Böhm-Bawerks dreibändigem Magnum Opus "Kapital und Kapitalzins" zu beginnen und beauftragte Sennholz mit der Übersetzung. Durch das Studium und die Übersetzung dieses Werkes von Böhm-Bawerk wurde Sennholz zu einem "Austrian Economist".

Bei dem zweiten einschneidenden Ereignis handelte es sich um die Bekanntschaft mit seiner späteren Frau Mary Homan. Sie sah in ihm einen potentiellen Professor und ermunterte ihn, diesen Weg einzuschlagen. 1955 heirateten die beiden und im gleichen Jahr erlangte Sennholz seinen Ph. D. und publizierte seine Dissertation "How can Europe Survive?".

Sennholz wurde amerikanischer Staatsbürger. Zunächst arbeitete er als Assistant Professor of Economics am Iona College, New Rochelle, NY. 1956 wurde er Professor am Grove City College in Grove City, PA. Bis 1992 unterrichtete er hier als Professor of Economics. Gleichzeitig war er Vorsitzender der Fakultät. Er setzte sich unter anderem dafür ein, dass Mises an diesem College die juristische Ehrendoktorwürde verliehen wurde.

Hans Sennholz starb am 23.6.2007 in Grove City.  

Sennholz hat mehr als ein dutzend Bücher und unzählige Artikel veröffentlicht. Einige dieser Artikel sind, im Gegensatz zu seinen Büchern, auch auf deutsch erschienen (ein Aufsatz von Sennholz erschien im von Roland Baader herausgegeben Buch "Wider die Wohlfahrtsdiktatur"). Sennholz war auch einer der Ghostwriter von Ronald Reagan. Ausserdem hat er die Erinnerungen von Ludwig von Mises ins Englische übersetzt ("Notes and Recollections").

Es ist bedauerlich, daß nach wie vor keines der von Hans Sennholz verfaßten Bücher bisher in deutscher Sprache erhältlich ist.

Da auch die englischsprachigen Werke in Deutschland kaum verfügbar sind, hat buchausgabe.de nun einige dieser englischsprachigen Titel ins Programm aufgenommen. Die Bücher können einzeln oder im Paket ("Bundle") erworben werden.

Heute möchten wir Ihnen diese Bücher vorstellen: "Sowing the Wind", "Money and Freedom" und eine Festschrift zu Ehren von Hans F. Sennholz "A Man of Principle" (die ersten beiden bilden das Hans F. Sennholz Paket Nr.1 und alle drei zusammen bilden das Hans F. Sennholz Paket Nr. 2).

Sowing the Wind, Hans Sennholz"Sowing the Wind" enthält Aufsätze über das kurzfristige Denken der Politiker, die auf jede Wirtschaftskrise mit Senkung der Zinssätze und Ausweitung der Verschuldung reagieren. Die langfristigen Konsequenzen dieser politischen Maßnahmen führen zu immer weiteren und stärkeren Eingriffen in den Markt. Die Politiker säen mit diesen kurzfristigen Entscheidungen bereits die Saat für die nächste Krise.

 

 

Money and Freedom, Hans Sennholz"Money and Freedom" ist eine klares Plädoyer für ein unreguliertes Geld- und Bankwesen und die Aufhebung der Gesetze über die gesetzlichen Zahlungsmittel. Politiker nutzen das System der gesetzlichen Zahlungsmittel zu ihrem eigenen Vorteil aus, zum Nachteil der Bevölkerung. Sennholz analysiert zeitgenössische Währungsstudien und zeigt, dass es für diese Problematik keine politischen Lösungen geben kann.

 



"A Man of Principle" ist eine Festschrift zu Ehren des 70.ten Geburtstags von Hans Sennholz (1992). Dieses Buch enthält 36 Aufsätze von Kollegen, Freunden und ehemaligen Studenten von Hans Sennholz, unter anderem von Peter Boettke, Richard Ebeling, Bettina Bien Greaves, Israel Kirzner, Gary North, Laurence Reed, George Reisman, Mark Skousen, Lawrence White.  

Bereits seit längerer Zeit bietet buchausgabe.de schon die "Notes and Recollections" von Ludwig von Mises an, die Hans Sennholz ins Englische übersetzt hat.

Wir hoffen, Ihre Neugier auf die Ideen und Schriften von Hans F. Sennholz geweckt zu haben und damit ein wenig dazu beigetragen zu haben, daß die Ideen und mahnenden Worte dieses großartigen Ökonomen nicht in Vergessenheit geraten.

Michael Kastner
buchausgabe.de