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Die Katastrophe der Befreiung – Stefan Blankertz

12.07.13

Irgendetwas stimmt nicht mit der Demokratie. Die hehren Ansprüche, die ihre Vertreter gerne formulieren, werden nicht erfüllt. Die Menschen verzweifeln an einem Leben, dessen Wirklichkeit sie als Entgleiten wahrnehmen. Niemand scheint sich wirklich zufriedener zu fühlen. Selbst die Interessengruppen, denen ein außergewöhnliches Maß an Einflußnahme zugesprochen wird, bedienen eine Klientel, die sich als Opfer wieder anderer Interessengruppen sieht.

Ich kann über die Bücher von Stefan Blankertz nicht objektiv schreiben. Dafür bin ich viel zu voreingenommen. Jedes seiner Bücher, das sich mit dem Themenkreis beschäftigt, der allgemein als „gesellschaftlich“ gilt, wühlt zu sehr in jene Vorstellungen auf, die ich mir in meiner Bequemlichkeit so schön zurechtgebastelt hatte. Das wollte ich nur kurz klarstellen.

Die Demokratie, oder besser, das was die Demokratie in den Augen ihrer Verfechter sein sollte, ist nicht primär das Opfer ihrer Leichenfledderer. Sie ist das Opfer ihrer eigenen Verfahrensweise. Das Verfahren, nämlich die Machtausübung nach erfolgter Wahl, ist wichtiger geworden als das Ziel. Eine Art demokratischer Positivismus hat sich bis in kleinsten Atome menschlichen Handelns eingschlichen und zeitigt absurde Ergebnisse.

Der Gegensatz zwischen Faschismus und Demokratie ist eben kein Gegensatz. Es gibt ein Kontinuum, in dem sich der Einzelne bewegt ohne wirklich feststellen zu können, wo er gerade steht. Letztendlich, so meint er, habe er ja auch bei der Stimmabgabe die Verantwortung für das übernommeh, was er als unvermeidliches Schicksal von dieser allgegenwärtigen Macht namens Staat, vorgesetzt bekommt.

Verpackt wird dies alles in ein Korsett vorgestanzter, in Schlagworte gepresster, Ideologien. Sie taugen als Projektionsfläche für das was besser sein könnte, wenn es die eigene ist und für das, was schlechter sein könnte, wenn es diejenige des Gegners ist. Dabei, auch dies ist eine der beachtenswerten Thesen von Stefan Blankertz, hat die Ideologie weniger Einfluß auf die tatsächlichen Handlungen der politischen Akteure, als von diesen behauptet wird.

Ich hoffe, daß die „Katastrophe der Befreiung“ einen weiten Leserkreis findet, denn es ist ein Augenöffner und eine Inspiration, wieder mehr an die eigene Fähigkeit, Gedanken zu fassen, zu glauben.

P.S. Im Anhang des Buches befindet sich ein Briefdialog von Stefan Blankertz aus dem Jahre 1983 mit dem damals noch in Kalifornien lebenden Paul Feyerabend über den Wert der Demokratie. Ich bin mir nicht sicher, ob Feyerabend den Gedanken des damals zwar noch recht jungen, aber doch schon sehr sicher argumentierenden Stefan Blankertz folgen konnte – oder wollte.

Der Trailer zu dem Buch kann hier angeschaut werden.